Zum Hauptinhalt springen

Die Zähigkeit des Spitaldirektors zahlt sich aus

Das Spital in Santa Maria im Val Müstair konnte nur dank Spenden vor der Schliessung bewahrt werden. Gesammelt hat sie der Spitaldirektor Roman Andri.

Bauprojekt Von Marco Morosoli Val Müstair – Das Ospidal Val Müstair hat fünf Akutbetten und ist damit das kleinste Spital der Schweiz. Es grenzt an ein Wunder, dass es noch heute in Betrieb ist. «Wir haben unbeschreibliches Glück gehabt», sagt Spitaldirektor Roman Andri. Für die dringend notwendige Sanierung und Erweiterung der Spitalanlage wurde mit Kosten von 18,5 Millionen Franken gerechnet. Mit diesem Geld sollte der 1934 erstellte und 1975 erweiterte Bau von Grund auf neu gestaltet und erweitert werden. Der Kanton Graubünden versprach, 7,2 Millionen zu übernehmen. Für den Rest der Bausumme von rund 11,3 Millionen Franken müssten andere Geldquellen angezapft werden, liess die Bündner Regierung Andri und sein Projektteam wissen. Der schwierige Anfang Der umtriebige Spitaldirektor sagte sich dann «Jetzt oder nie» und startete eine beispiellose Spendensuchaktion. Wichtig seien die grossen Einzelspenden der Schweizer Berghilfe (2 Millionen) und des einheimischen Elektrizitätswerks Provedimaint Electric Val Müstair (PEM) gewesen, erinnert sich Andri. Diese Beiträge seien die Wegbereiter für weitere Spenden gewesen. So haben unter anderen auch die Gemeinden Wädenswil und Horgen einen Beitrag zum Ospidal Val Müstair geleistet. «Die Solidarität gegenüber unserem Spital war überall sehr gross», sagt Andri. Aber nicht nur Auswärtige hätten gespendet, auch im Tal seien Konzerte und andere Veranstaltungen durchgeführt worden, deren Kollekten dem Spital zugutekamen. Letztlich machte Andri das Unmögliche möglich. Im Juni 2008 war der Bau fertig. Voller Stolz zeigt der Spitaldirektor die vier Bundesordner mit der Korrespondenz mit den Spendern und fügt an: «Alle haben ein Dankesschreiben erhalten.» Das Wort Spital wird der Institution auf halbem Weg zwischen Müstair und Santa Maria nicht gerecht. Der Begriff Gesundheitszentrum ist passender, denn neben den Akutbetten beherbergt das Spital noch eine Notfallabteilung, Arztpraxen, einen Rettungsdienst sowie ein Pflegeheim für 28 Pensionäre. Zu dieser Palette gehören ebenso die Spitex, eine Medikamentenabgabe und der Mahlzeitendienst. Bei diesem Angebot verwundert es nicht, dass im Gesundheitszentrum 90 Personen – sie teilen sich 48 Vollzeitstellen – ein Auskommen finden. Damit ist das Spital der grösste Arbeitgeber im Tal. Schon weitergehende Pläne Doch Roman Andri verspürt noch keine Müdigkeit. Seine neuste Idee: ein Haus, in dem betreutes Wohnen möglich wäre. «Land dazu hätten wir schon», sagt Roman Andri. Das Problem wäre einmal mehr das Geld. Doch Roman Andri würde sicher Mittel und Wege finden, um das Projekt realisieren zu können. Roman Andri.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch