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Die Welle nochmals genehmigt

Nach einer Unterlassungssünde hat der Wädenswiler Stadtrat den Witterungsschutz am Bahnhof zum dritten Mal bewilligt. Für die Kostenüberschreitung der Wolke macht er den Architekten verantwortlich.

Von Arthur Schäppi Wädenswil – Auch nachdem die 2006 von den Stimmbürgern gutgeheissene und nach Rechtsstreitigkeiten bewilligte Wolke aus Acrylglas zur einfacheren Welle aus normalem Glas abgespeckt worden ist, warten die Pendler am Bahnhof noch immer auf die Überdachung des Bushofs. Und das Parlament wartet auf Antworten zur politischen Verantwortlichkeit für die Fehlplanung und Kostenüberschreitung bei der Wolke. An einer Medienorientierung vom Dienstag rechtfertigte der Stadtrat die Kostenüberschreitung von 1,4 Millionen Franken für die Wolke lediglich mit folgendem lapidaren Hinweis: «Die Submission ergab, dass die Annahmen des Architekten und des Ingenieurs zu optimistisch respektive nicht ausführbar waren.» Haftbar gemacht werden könnten diese aber nicht, weil das Projekt in dieser Form gar nicht ausgeführt worden sei, hielt Stadtingenieur Karl Bachmann fest. Für das Gesamtprojekt mit Welle rechnet der Stadtrat inklusive Teuerung mit Kosten von 4,97 Millionen Franken statt der bewilligten 4,13 Millionen. Rekursverfahren deblockiert Neuigkeiten präsentierte die Stadtregierung hingegen zum bislang sistierten Rekursverfahren gegen den Witterungsschutz. Der von einem Anwohner angestrengte Rechtsstreit sei zwar noch nicht entschieden, mittlerweile aber immerhin deblockiert, gab Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP) bekannt. Die Baukommission hatte im letzten April das zur Welle abgeänderte Projekt bewilligt – allerdings ohne zuvor die dafür erforderliche Stellungnahme des Kantons einzuholen. Als die Exekutive die Unterlassungssünde im Sommer realisierte, sistierte sie kurzerhand das Rekursverfahren. Nun ist ein für die Stadt «positiver Bescheid» des Kantons eingetroffen, wie Kutter bekannt gab. Neue Rekurse möglich Der Kanton erachte wie zuvor schon die Wolke auch die Welle als zulässig im Ortsbild von überregionaler Bedeutung, präzisierte Planungs- und Bauvorstand Heini Hauser (SVP). Deshalb habe die Baukommission das abgeänderte Projekt am 18. Oktober noch einmal bewilligt. Mit der Konsequenz, dass gegen die neuerliche Baubewilligung innert 30 Tagen wiederum Rekurs erhoben werden kann. Nicht nur vom bisherigen Rekurrenten, sondern auch von zwei weiteren Interessenten, die schon im vorangehenden Verfahren den Baurechtsentscheid angefordert hatten. Stadtpräsident Kutter machte indes unmissverständlich klar, dass der Stadtrat das Bushofdach «so schnell als möglich bauen» und damit den Volksentscheid umsetzen wolle. Wann dies geschehe, hänge jedoch von der Dauer des Rechtsstreits und dessen Ausgang ab. Der Entscheid der Baurekurskommission wird vor Weihnachten erwartet. Rekurrent Manfred Engelhardt hatte gestern nach eigenen Angaben «noch keinerlei Kenntnis von einer neuerlichen Baubewilligung». Zum Verfahren mochte er sich deshalb nicht äussern. Bürgerdialog übers Internet Die Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Bushofdach hat der Stadtrat auf der städtischen Webseite www.waedenswil.ch/politik/ueberbauungbusdach aufgelistet. Per Internet können dort die Bürger auch selber Fragen an die Stadtbehörden richten.

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