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Die Senioren wünschen sich ein Café und weniger Pflastersteine

Die Gemeinde Horgen hat die Lebenssituation ihrer älteren Einwohner untersucht. Und dabei herausgefunden, dass sie meist zufrieden sind.

Von Bettina Ledergerber Horgen – Die Horgner Seniorinnen und Senioren sind gut mit dem Dorf verwurzelt und haben viele Jahre oder gar ihr ganzes Leben in der Gemeinde verbracht. Was sie heute vor allem beschäftigt, ist das Thema wohnen. So erhält die Gemeinde seit Jahren Anfragen, wie es mit dem Stricklerareal weitergeht (siehe Kasten). Das sind die Resultate einer Studie, die im Rahmen eines Pilotprojekts erstellt worden ist. In den Quartieren Rotweg, Neudorf und Heubach waren dabei 41 Frauen, 14 Männer und 24 Ehepaare befragt worden. Alle waren über 75 Jahre alt. Am Mittwoch hat Projektleiterin und Siedlungs- und Wohnassistentin Astrid Herzig die Resultate im Baumgärtlihof vorgestellt. Die Veranstaltung stiess auf grosses Interesse. Mehrere Dutzend Seniorinnen und Senioren fanden sich ein. Zu Hause wohnen bleiben Die befragten Seniorinnen und Senioren gaben an, dass altersgerechte Wohnungen für sie wichtig seien, um lange selbstständig zu bleiben. Wie schon die letzte Evaluation der Gemeinde zeigte, wollen alle so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden wohnen. Mühe bereitet dabei den Männern am ehesten das Kochen, die Frauen dagegen haben Schwierigkeiten mit administrativen Aufgaben, zum Beispiel dem Ausfüllen der Steuererklärung. Unzufrieden sind die älteren Horgnerinnen und Horgner vor allem mit der Verkehrssituation. Das Busfahren bereitet Schwierigkeiten, wenn der Anschlusszug nicht abgewartet wird oder der Chauffeur abfährt, bevor die einsteigende Person sich hingesetzt hat. Ein Hindernis sind zudem die vielen Pflastersteine im Zentrum, die Post, die umgebaut wird, oder die steile Treppe der Unterführung beim Bahnhof Oberdorf. Zudem bewegt sich keine der befragten Personen gerne in der Dunkelheit.Wie Astrid Herzig sagte, wünschen sich die Seniorinnen und Senioren ein Gartencafé mit Kuchen und Torten, welches auch am Sonntag geöffnet hat, die Wiedereinführung von Tanznachmittagen im Baumgärtlihof, mehr Sitzbänke im Freien sowie einen Fahrdienst für kulturelle Veranstaltungen. Die Beschwerden und Vorschläge fliessen nun in die Tätigkeiten der Arbeitsgruppe Wohnen im Alter ein. Sie sollen auch in die politische Agenda des Gemeinderats einfliessen. Laut Herzig sei dank den Umfragen ein Netzwerk zu der älteren Bevölkerung entstanden, das nun weitergepflegt werden könne. Vor 30 Jahren hat Elisabeth Strickler der Gemeinde Horgen ein grosses Areal zwischen Einsiedlerstrasse und Kirchrain vermacht. Sie wünschte sich ein Altersheim. Doch mit dem Legat ist lange Zeit nichts passiert. Seit ein paar Monaten plant die Gemeinde Horgen nun eine Siedlung mit bis zu 50 Wohnungen, in der auch preisgünstiger Wohnraum für ältere Menschen entstehen soll. Doch die Suche nach einem neuen Investor hat sich verzögert. Die Gemeinde Horgen setzte auf die Di-Gallo-Gruppe, ein Unternehmen, das sich auf Alterseinrichtungen spezialisiert hat. Die Verhandlungen aber scheiterten vor einem halben Jahr – der Seniorchef ist unerwartet verstorben. Gemeinderat und Sozialvorstand Hanspeter Leuthold (FDP) hat jetzt einen neuen Anlauf genommen. Er sei auf gutem Weg, bis nach den Sommerferien einen Investor für das Areal präsentieren zu können, berichtete er gestern im Baumgärtlihof. (led)

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