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Die Liebe begann bei einem Tanz

Paula und Fritz Schuster aus Meilen sind seit 50 Jahren verheiratet. Für junge Paare haben sie einige Tipps parat.

Von Monica Mutti Meilen – 19 300 Ehepaare liessen sich 2009 in der Schweiz scheiden. Paula und Fritz Schuster können über solche Zahlen nur lachen. Soeben feierten sie ihren Goldenen Hochzeitstag – die beiden gehen seit 50 Jahren gemeinsam durchs Leben. Als Kind musste sich Paula Bärtsch in einer Männerwelt durchsetzen, denn sie wuchs mit sieben Brüdern auf. Die in Mels SG ansässige Grossfamilie holte ihre Milch Tag für Tag in der Milchzentrale, wo der junge Fritz Schuster aus der Steiermark arbeitete. Paula gefiel dem Steirer sofort. Als begeisterter Tänzer und Freund von Paulas Bruder lud der damals 20-jährige Fritz die junge Paula zum Tanz. «Sie hat immer so schön gelacht. Und ihre Figur gefiel mir sofort – sie war die perfekte Frau für mich», erinnert er sich. Auch Paula Schuster sind die ersten Begegnungen noch bestens präsent. «Er gefiel mir, er sah so gut aus und hatte viel Charme – den hat er auch heute noch», sagt sie und lacht. Eltern wollten die Heirat nicht Bevor die beiden aber ein Paar wurden, galt es, einige familiäre Hürden zu überwinden. Paulas Familie war mit dem Ausländer Fritz gar nicht einverstanden. Die beiden gaben aber nicht nach und heirateten am 30. Juli 1960 schliesslich doch – mit dem Segen der Eltern. Ende 1960 wurde Fritz Schuster eine Stelle als Milchführer in Meilen angeboten. Die Gattin war nicht begeistert: «Schon beim Gedanken, Mels zu verlassen, hatte ich Heimweh», sagt sie. Sie sagte dann aber doch zu. «Unter der Bedingung, dass wir in Meilen eine Familie gründen.» 1962 erblickte Sohn Roland das Licht der Welt, zwei Jahre später Tochter Brigitte.Nach 24 Jahren als Milchführer wagte Fritz Schuster einen beruflichen Wechsel und arbeitete noch bis zur Pensionierung in einer Privatbank. Jeder soll sein Geld verdienen Nach Tipps für eine lange Ehe gefragt, müssen sie nicht lange überlegen. «Wenn jeder sein eigenes Geld verdient, streitet man nicht über die Finanzen», sagt der 72-jährige Fritz Schuster. In Paula fand er die richtige Partnerin. Sie hat immer gearbeitet, ausser als die Kinder klein waren. In der Molki, später im Landi und bei der Spitex. «Keine Eifersucht, Vertrauen und Toleranz, das ist wichtig», ergänzt die zwei Jahre ältere Paula Schuster. Zudem müsse man gesellig sein und das gemütliche Beisammensein schätzen. «Und muss muss im Alter aktiv bleiben», findet der Gatte. Er macht die Hauswartung und arbeitet im Garten, zudem ist er ein leidenschaftlicher Pilzsammler. Er kocht und hilft seiner Frau. Sie pflegt Menschen, die Hilfe benötigen. «Dort anzupacken, wo jemand Unterstützung braucht, ist selbstverständlich», sagt sie. Da sei mit Kindern und Enkelkindern zuweilen viel los. Das Paar wurde von Schicksalsschlägen nicht verschont. Mit 42 Jahren verlor Fritz Schuster wegen einer Hirnblutung fast das Leben. Umso dankbarer sind sie, dass sie jetzt noch beisammen sein können. Die beiden sitzen zufrieden auf dem Sofa. Sie hätten viel Glück gehabt, finden beide. Dann geht er in den Garten und sie in die Küche. Abends kommt die Tochter zu Besuch. Fritz und Paula Schuster sind immer noch glücklich miteinander. Foto: D. Kellenberger

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