Zum Hauptinhalt springen

Die kühne Prognose des Flyers-Captains – trotz Verletzungspech

Kloten sieht sich im heute beginnenden Halbfinal gegen Bern als Aussenseiter– und glaubt an seine Chance.

Von Etienne Wuillemin, Kloten Je näher die Entscheidung in der Meisterschaft rückt, desto spezieller sind die Wünsche der Privatradios. Diesmal musste Victor Stancescu dran glauben. Radio 105 forderte den adrett gekleideten Flyers-Captain dazu auf, die Hörer auf ungewöhnliche Art und Weise auf den Playoff-Halbfinal einzustimmen. Stancescu willigte ein und hauchte den vorgegebenen Satz ins Mikrofon: «Diä Bärnär Gigle houe mer scho no i Ghüderchübu.» Die erste Chance dazu bietet sich Stancescu und seinen Teamkollegen heute Abend. Die Kolping-Arena ist noch nicht ausverkauft. Zudem können Fans die Klotener Spiele ab heute gratis im Festzelt gleich unterhalb der Arena verfolgen. Die Flyers hatten sechs Tage Zeit, um sich nach dem gewonnenen Derby auf die Revanche gegen den Meister vorzubereiten. Die Erinnerungen an das letzte Jahr sind nicht gut. Kloten war beim 0:4, ebenfalls im Halbfinal, chancenlos. Schöner sind die Gedanken an den einen Final, den Kloten und Bern gegeneinander bestritten: Kloten gewann ihn1996 3:0. Die Teams trafen seit Einführung des Playoffs in sechs Serien aufeinander. Beide setzten sich dreimal durch. Klotens Trainer Anders Eldebrink mag nicht mehr über den letztjährigen Halbfinal nachdenken. Gestern nach dem Training sagte er: «Wenn alle Spieler ihre beste Leistung abrufen, gewinnen wir.» Der Trainer zeigte seinem Team einige Videosequenzen über die Berner, «aber nicht zu lange!», wie er betonte. «Wie der SCB spielt, braucht uns nicht zu kümmern. Wir konzentrieren uns auf unser Spiel.» Der Schlüssel zum Sieg läge in der Arbeit vor den beiden Toren, wiederholte der Schwede und fügte sogleich an: «Alle Experten sagen schon die ganze Saison, dass die Favoriten Davos und Bern heissen – also sind wir die Underdogs.» DuPont verpasst die Serie Die Aussage von Eldebrink ist berechtigt. Denn die Flyers müssen während der ganzen Serie auf ihren Schlüsselspieler Micki DuPont verzichten. Die Schmerzen in seinem Fuss, die er sich im vierten Spiel gegen die Lions zugezogen hatte, lassen weiterhin keinen Einsatz zu. «Schade, er war unser bester Spieler im Viertelfinal», sagt Eldebrink. «Aber wir sind nicht nur von ihm abhängig.» Beim SCB dagegen ist Stratege Travis Roche wieder zurück. Eldebrink reagiert auf das Fehlen von DuPont, indem er Center Steve Kellenberger zum Verteidiger umfunktioniert. «Am Freitag hat er mich darum gebeten, seither gewöhne ich mich Schritt für Schritt daran», sagt Kellenberger. Er gibt zu, dass in den ersten Trainings Abstimmung und Feingefühl in den Aktionen noch fehlten. Der 24-Jährige ist aber zuversichtlich, dass die letzten Mängel bis heute Abend behoben sind. Grund zur Sorge besteht kaum, Kellenberger hat schon einige Male (erfolgreich) in der Verteidigung ausgeholfen. Bis auf DuPont trainierte Kloten gestern komplett. Auch Denis Hollenstein absolvierte sämtliche Übungen. Es war das erste ganze Training des Flügels seit seiner Schulterverletzung. «Für einen Ernstkampf ist es noch zu früh, aber ich hoffe, dass ich spätestens am Samstag eingreifen kann», sagt Hollenstein. Bis dahin wird er mit Argusaugen beobachten, ob seine Flyers den SCB wirklich in den «Ghüderchübu» hauen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch