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Die Geschichte eines «Juwels» zum Nachlesen

Die Zürcher Neujahrsblätter widmen sich dieses Jahr dem Wipkinger Viadukt, dem Verkehr in Oerlikon, zwei berühmten Frauen und den Zünften Wiens.

Von Georg Gindely Zürich – Es ist ein alter Brauch in Zürich: Am 2. Januar geben zahlreiche Vereinigungen ihre Neujahrsblätter heraus. Thema der Publikation der CVP 4+5 ist aus aktuellem Anlass der Wipkinger Viadukt. Dieses Jahr hat der umgebaute Viadukt als Einkaufszentrum mit Markthalle Eröffnung gefeiert. Autor Robert Schönbächler, Friedensrichter und Alt-Gemeinderat, konnte aus dem Vollen schöpfen: Er stammt aus einer Eisenbahnerfamilie und hat bereits 2002 ein heute vergriffenes Neujahrsblatt über den markanten Viadukt veröffentlicht. Es sei ein «einzigartiges Denkmal des Eisenbahnbaus und ein Juwel für das Industriequartier», schreibt Schönbächler. 1894 wurde der Viadukt eingeweiht, der Zürich mit Oerlikon und Winterthur verband. Ein Nebenstrang, der heute stillgelegte Letten-Viadukt, führte zum Bahnhof Letten und von dort aus weiter bis nach Rapperswil. Bereits 1977 gab es erste Ideen für eine Nutzung der Bögen, damals als Werkstätten und Ateliers. Ende der 90er-Jahre präsentierten die SBB Pläne für einen Ausbau. Unter dem Namen «Fil Rouge» wollten sie eine 20 Meter breite und 3 Meter höhere Betonbrücke über dem bestehenden Viadukt bauen. Die Anwohner liefen Sturm und sammelten allein im Industriequartier über 4500 Unterschriften gegen das Projekt – 220 Einsprachen wurden eingereicht. Schönbächler leitete einen runden Tisch, an dem um eine Lösung gerungen wurde. Doch das Problem löste sich von selbst: Durch das Ja zum Durchgangsbahnhof im September 2001 konnten die SBB auf den Ausbau des Viadukts verzichten. Von 2003 bis 2006 sanierten sie den Bau umfassend, danach begann die Stiftung PWG mit dem Ausbau der Bögen zu Läden. Das Eröffnungsfest fand am 3. September dieses Jahres statt. Über den Läden fahren immer noch die Züge, im Moment sind es 409 pro Tag. Bis zur Inbetriebnahme des Durchgangsbahnhofs 2013 wird die Zahl zunehmen – nach der Eröffnung der Durchmesserlinie aber stark zurückgehen. Das Neujahrsblatt über den Viadukt fasst die Geschichte des markanten Bauwerks zusammen und zeigt viele historische und aktuelle Bilder. Es kostet 25 Franken. Kaufen kann man es im Restaurant Markthalle im Viadukt, zwischen 9 und 12 Uhr am 2. Januar, Regierungsrat Hans Hollenstein (CVP) wird anwesend sein. Ausgabe am Berchtoldstag Mit der Verkehrs- und Mobilitätsgeschichte des Quartiers befasst sich das Oerliker Neujahrsblatt. Der Wandkalender mit dem Titel «Antrieb, Transport, Mobilität» wird am Berchtoldstag ab 10 Uhr in der Seniorenresidenz Nordlicht an der Birchstrasse 180 ausgegeben. Zwei berühmten Zürcher Frauen widmet sich das Neujahrsblatt der Gesellschaft zu Fraumünster (Frauenzunft): der Ärztin Marie Heim-Vögtlin sowie der Architektin Lex Guyer. Ausgabe ist zwischen 10 und 12 Uhr im Zunfthaus zur Schneidern (Blue Monkey). Die Zunft zur Waag publiziert am Berchtoldstag einen Band über die Zünfte in Österreich-Ungarn – von Wien über Prag, Breslau bis Bratislava. Beziehen kann man es zwischen 10 und 12 Uhr im Zunfthaus zur Waag am Münsterhof.

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