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Der stärkste Arm derSchweiz

Ein Küsnachter Amateur wurde in Las Vegas Vizeweltmeister im Armdrücken.

Von Regine Imholz Küsnacht – Neun Kämpfe hatte Christoph Ladu bereits gewonnen und stand am 10. Dezember in Las Vegas vor der entscheidenden letzten Runde. Sollte er auch diese für sich entscheiden, würde der Küsnachter als Weltmeister im Armdrücken in die Sportgeschichte eingehen. Doch dann machte ein Ukrainer die Träume des 31-Jährigen zunichte: Er bodigte den Schweizer in wenigen Sekunden und holte sich den Titel. Trotzdem bleiben für Ladu unvergessliche Momente zurück – und eine Silbermedaille. Bereits als Kind liebte Ladu das sportliche Kräftemessen. Er trat gegen Vater, Geschwister und Schulkollegen im Armdrücken an. «Nur wenige haben mich geschlagen», erinnert sich der Küsnachter. Ab und zu habe er auch mal ein Gspänli gewinnen lassen. Doch irgendwann gingen ihm die Gegner aus, und er suchte nach neuen Herausforderungen. Der Armdrücker stiess auf die Armsportgruppe Bonsai. Nach dem ersten Training stand für den damals 24-Jährigen fest: «Ich habe mein Team gefunden.» Seither fährt Ladu jede Woche zweimal zum Training auf den Ricken, wo der Klub sein Lokal hat. Viele seiner Kameraden sind Handwerker, aber auch ein Berufsschuldozent ist darunter. Ladu selber arbeitet als Kundenberater in einem grossen Zürcher Autohaus. Die Technik ist entscheidend Die Klassen im Armdrücksport sind nach Körpergewicht eingeteilt – ähnlich wie bei Boxwettkämpfen. Und ebenfalls wie beim Boxen ist nicht die Kraft das Wichtigste. «Entscheidend beim Armdrücken sind Technik, Geschwindigkeit und mentale Stärke», erklärt der neue Vizeweltmeister, dessen Oberarm 44 Zentimeter im Umfang misst. Die Kraft mache nur etwa 20 Prozent aus. Das lernte der junge Mann schnell, nachdem er regelmässig in seinem Klub trainierte. Bereits nach zwei Jahren wurde der Küsnachter zum ersten Mal Schweizer Meister. 2006 und 2009 wurde er Dritter an den Weltmeisterschaften in England und Italien. Die Reise nach Las Vegas trat Ladu alleine an und bezahlte sie aus dem eigenen Sack. Er hat keine Sponsoren. 850 Sportler, darunter auch Frauen, aus über 40 Nationen trafen sich in der Glitzerstadt in der Wüste Nevadas. «Für Spielautomaten hatte ich keine Zeit», erzählt Ladu, «ich musste mich auf meine Kämpfe konzentrieren.» Als der Weltmeistertraum im Titelkampf platzte, machte sich Enttäuschung breit. «Ich war so nahe am Ziel», sagt Ladu. Doch gegen den Ukrainer, der mit Trainer und Manager angereist war, hatte der Amateursportler keine Chance. Preise gibt es in dieser Sportart keine zu gewinnen. «Wir machen das für Ruhm und Ehre», sagt der Familienvater. Nach dem Kampf nahm er das erste Flugzeug zurück nach Zürich, wo ihn seine Frau Amada erwartete. Diese hatte selber mit Armdrücken begonnen, um mehr Zeit mit Ladu verbringen zu können. Doch dann hat sie ein anderes Hobby für sich entdeckt: den Bauchtanz. «Ich glaube, das passt besser zu mir», sagt die zierliche Frau.Ihr Mann sieht keinen Grund, seinen ungewöhnlichen Sport aufzugeben. «Ich kenne einen 68-Jährigen, der regelmässig an Turnieren teilnimmt», sagt er augenzwinkernd, «gut möglich, dass ich in diesem Alter auch noch mit von der Partie bin.» Bei seiner zweijährigen Tochter Letitia wird auch der Schweizer Meister im Armdrücken Christoph Ladu schwach.Foto: PD

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