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Der Pionier des amerikanischen Westens, der in Kilchberg wohnte

Heinrich Lienhard hat den kalifornischen Goldrausch erlebt und in Kilchberg gewohnt: Im heutigen C.-F.-Meyer-Haus. Jetzt ist sein Buch erschienen.

Von Thomas Zemp Kilchberg – Heute ist im Haus Auf Brunnen das Museum für den Schweizer Schriftsteller Conrad Ferdinand Meyer beheimatet, der hier von 1877 bis zu seinem Tod 1898 wohnte. Doch vor Meyer gehörte die Liegenschaft dem Glarner Auswanderer Heinrich Lienhard. Geschrieben hat auch er: In diesen Tagen ist das Buch «Wenn Du absolut nach Amerika willst, so gehe in Gottesnamen!» erschienen. Auf über 700 Seiten breitet Lienhard seine Erinnerungen aus den Jahren 1846 bis 1849 aus: Er berichtet detailliert über seine Reise quer durch die Vereinigten Staaten von Amerika mit einem Planwagen und ein paar Ochsen. Und über seinen Freiwilligendienst in der US-Armee. Vor allem aber: über seine Zeit bei Johann August Sutter, dem kalifornischen Pionier. Ihm wird zugeschrieben, in Kalifornien Gold entdeckt und damit den grossen Goldrausch ausgelöst zu haben. Lienhard aber schreibt, dass «ein schlichter, Tabackkauender Hinterwäldler namens Marshall» und ein «Angestellter Arbeiter namens Weimer oder Weemer» das Edelmetall als Erste gefunden hätten. Zu der Zeit bestellte Lienhard Sutters Garten. Später zog er selber aus, um Gold zu schürfen. Sutter hielt sich aber nicht an die Abmachungen – Lienhard erhielt seinen Lohn für die Schürfarbeit nicht. Er beobachtete zuerst erstaunt und später mit Entrüstung, wie die Gier nach dem raschen Geld um sich griff. Einheimische wurden von Goldsuchern rücksichtslos verfolgt und umgebracht, die Überlebenden flohen in die Berge. Im Sommer 1851 kehrte Lienhard 29-jährig zurück in die Schweiz und heiratete Elsbeth Blumer. Er kaufte aus dem in Amerika Ersparten das Bauerngut Auf Brunnen in Kilchberg und widmete sich der Landwirtschaft. Lange hielt er es oberhalb des Zürichsees nicht aus: Nur zwei Jahre später verkaufte er das Haus wieder. 1854 wanderte er mit seiner Familie wieder in die USA aus. Herausgegeben wird Lienhards Buch von Christa Landert. Die Zürcher Historikerin hatte sich über 20 Jahre lang mit den Schriften des abenteuerlustigen Glarners auseinandergesetzt. Wenn Du absolut nach Amerika willst, so gehe in Gottesnamen!Hrsg. von Christa Landert, Limmat-Verlag, 768 S., ca. 70 Fr. Mit dem Geld, das er als Goldsucher gespart hatte, kaufte sich Heinrich Lienhard das Haus Auf Brunnen.Foto: Christoph Kaminski Heinrich Lienhard Die Aufzeichnungen des Glarner Goldsuchers, die jahrelang in einer amerikanischen Universitätsbibliothek vor sich hinschlummerten, sind jetzt in Buchform erschienen.

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