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Der letzte Aufruf verspricht Hilfe bei der Stellensuche

Im Unterland haben 126 Schulabgänger noch keine Lehrstelle. «Last call» will jenen helfen, denen der Einstieg in die Arbeitswelt schwer fällt. Die Berufsberater in Kloten hatten gestern regen Zulauf.

Kloten. - Im Kanton Zürich sind derzeit 700 Schulabgänger ohne Stelle und Anschlusslösung, 71 davon im Bezirk Bülach, 55 im Bezirk Dielsdorf. Mit dem «last call» hatten gestern Jugendliche aus beiden Unterländer Bezirken im Berufsinformationszentrum (BIZ) Kloten die Möglichkeit, doch noch einen Job oder zumindest eine Anschlusslösung zu finden. Rund 25 Schulabgänger machten von dieser Möglichkeit Gebrauch.

«Es ist wichtig, dass die Jugendlichen schnell eine Lösung finden, denn sie brauchen klare Strukturen», sagt Marissa Rosenmund, Berufsberaterin im BIZ Dielsdorf, die gestern auch in Kloten aushalf. Das Schlimmste für die jungen Leute sei, sinnlos herumzuhängen. Grosse Mühe, eine Lehrstelle zu finden, hätten vor allem Abgänger der Sek C und Jugendliche mit Migrationshintergrund, sagt Rosenmund.

«Hauptsache, ich kann arbeiten»

Michael Teixeira do Santos aus Regensdorf hat einen Migrationshintergrund und war Sek-C-Schüler. In gebrochenem Deutsch sagt er, dass er nie besonders gute Schulnoten hatte. «Ich möchte aber unbedingt arbeiten.» Am liebsten wäre ihm ein Job als Maurer oder als Strassenbauer. 30 Bewerbungen hat er verschickt. Er bekam jedoch nur Absagen.

Es sei schon frustrierend, sagt der 17-Jährige mit brasilianischen Wurzeln. «Ich fühle mich nutzlos und habe das Gefühl, nicht gebraucht zu werden.» Am Anfang sei es cool gewesen, immer frei zu haben. «Jetzt aber ist es mir oft langweilig.» Von «last call» verspricht er sich viel und ist zuversichtlich, dass er schon bald eine Lehrstelle als Maurer finden wird. «Ich würde aber alles nehmen, Hauptsache, ich kann arbeiten», sagt er.

Laut Marissa Rosenmund hat auch Edeli Romero nicht die besten Voraussetzungen, um eine Lehrstelle zu finden. Sie ist erst seit vier Jahren in der Schweiz und beherrscht die deutsche Sprache noch nicht besonders gut. Aber auch sie ist motiviert und würde gerne arbeiten. Die 17-Jährige aus Glattbrugg hat 45 Bewerbungen verschickt. Am liebsten hätte sie einen Job im Gesundheitsbereich oder in einem Restaurationsbetrieb. Wie Michael hat auch sie bis jetzt nur Absagen erhalten. «Es ist sehr schlimm für mich», sagt sie. Sie frage sich oft, weshalb es gerade ihr so ergehe. Aus Frust habe sie auch schon daran gedacht, gar keine Bewerbungen mehr zu schreiben. «Das ist jedoch keine Lösung.»

Zumindest eine Anschlusslösung

Fünf Berufsberater standen gestern in Kloten den Jugendlichen für Gespräche zur Verfügung und stellten Fragen wie: Wo liegen ihre Interessen, wo ihre Stärken? Was wollen sie werden? Auf all diese Fragen versuchten die Berufsberater und die Jugendlichen, eine Antwort zu finden. Die Jugendlichen haben die Möglichkeit, sich für ein Motivationssemester zu bewerben oder ein Berufsvorbereitungsjahr zu durchlaufen. «Nach einem halben Jahr fragen wir bei allen nach, wie es ihnen ergangen ist», sagt Marissa Rosenmund. Würden sie immer noch auf der Strasse stehen, könnten sie nochmals zur Berufsberatung kommen.

«Last call» findet zum dritten Mal im ganzen Kanton statt. Letztes Jahr konnte für alle 169 Teilnehmer eine Anschlusslösung gefunden werden.

Edeli Romero und Michael Teixeira do Santos hoffen, mithilfe von Berufsberatern eine Lehrstelle zu finden.

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