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Den Trainermangel mit einigen Hunderternoten beheben

Der neue Präsident von Zürisee Unihockey vermisst die Bereitschaft zu ehrenamtlicher Arbeit für den Club. Jetzt setzt er auf finanzielle Anreize.

Von Tim Frei Zumikon – Zürisee Unihockey hat den grössten Erfolg seiner Vereinsgeschichte erzielt: Erstmals steigt die erste Herrenmannschaft in die Nationalliga B auf. Die Vorbereitung auf die neue Saison geht der Club deswegen nicht völlig anders an. «Wir sind ein Regionalverein und wollen dies auch bleiben», sagt der neue Präsident von Zürisee Unihockey, Christoph Nater. Gegründet wurde der Verein von Freunden, die zusammen Unihockey spielten. Ziel war und bleibt, eine Verbindung von Sport und Freundschaft zu schaffen. «Die Vereinsmitglieder lernen viel fürs Leben: zum Beispiel Kameradschaft und Teamgedanken», sagt Nater. An dieser Philosophie werde der Aufstieg nichts ändern. Neuerdings mit Liveticker Die eine oder andere Veränderung gibt es aber trotzdem: Der Verein hat sein Budget erhöht, weil er gut zahlende Sponsoren gefunden hat. Zudem musste ein Liveticker auf der Homepage installiert werden, damit Zuschauer die Spiele online verfolgen können. Das war die einzige Auflage der Liga. Andere NLB-Vereine verlangen Eintrittspreise – Zürisee Unihockey aber nicht. Dies aus verschiedenen Gründen. «Erstens zahlen wir nicht für die Halle, zweitens haben wir es nicht nötig, 250 Franken pro Spiel damit zu generieren, und zu guter Letzt möchten wir unsere Mitglieder und Zuschauer nicht vergraulen», sagt Nater.Auch das Kader erfuhr keine grossen Veränderungen: Die Mannschaft wurde mit drei Spielern aus der höchsten Spielklasse – der Swiss Mobiliar League (SML) – verstärkt. Ansonsten vertraut der Club auf bewährte Kräfte. Die Integration der neuen Spieler hat ohne Probleme funktioniert,«denn viele in der Mannschaft kennen diese bereits aus Juniorenzeiten», so Nater. Zudem sei es erfreulich, dass die Neuen keine Starallüren hätten und bereit seien, auch bei Festen oder anderen Aktivitäten mit anzupacken. Kaum Zeit fürs Traineramt Christoph Nater sieht indes Steigerungsmöglichkeiten im Vereinsleben. «Mit Bedauern muss ich feststellen, dass die Bereitschaft, ehrenamtliche Aufgaben zu erfüllen, bei einigen zurückgegangen ist», sagt er. Ein Beispiel dafür ist der Trainerposten: Die meisten Trainer der 13 Teams von Zürisee Unihockey spielen selber aktiv in einer Mannschaft und haben deshalb nicht genügend Zeit für ein volles Traineramt. Bei der ersten Mannschaft teilen sich beispielsweise der Teammanager und zwei Spieler das Traineramt. «Das sind in der Regel nur Notlösungen, weil die Trainer nie über einen längeren Zeitraum zusagen können», sagt Nater. Dieses Problem will der Präsident lösen, wenngleich er sich keine Illusionen macht. «Wir haben Dutzende Male mit Plakaten oder auf der Homepage inseriert, aber selten bekamen wir eine Antwort. Es besteht schlicht nicht die Motivation dazu.» Das sei schade: Denn als Trainer könnten Junioren lernen, Verantwortung zu übernehmen und Junioren auszubilden. Nun hat sich der Verein dazu entschieden, finanzielle Anreize für ein Traineramt zu schaffen, wogegen man sich bisher stets gesträubt hatte. Die Trainer aller Stufen ausser der ersten Mannschaft werden mit einigen 100 Franken pro Saison entschädigt. Falls sie zusätzlich die Jugend- und Sportausbildung absolvieren, erhalten sie vom Verein einen Bonus. Das Trainerteam der ersten Mannschaft wird mit einem vierstelligen Betrag entlöhnt. Neben den finanziellen Anreizen sucht der Verein nach weiteren Lösungsansätzen, um den Trainermangel anzugehen. Der Präsident will mit möglichen Kandidaten das Gespräch suchen und auch die Mitglieder anschreiben. Zu wenig Jugendliche Mit sieben Juniorenmannschaften leistet Zürisee Unihockey einen grossen Beitrag zur Ausbildung von Junioren. Trotzdem sieht Nater Verbesserungspotenzial. «Auf den meisten Stufen haben wir Wartelisten, doch in der Kategorie der 16- bis 20-Jährigen haben wir zu wenig Aktive», sagt er. Das sei verheerend, sei dies doch die Zukunft der ersten Mannschaft. «Wir versuchen deshalb, Jugendliche von den Vorzügen unseres Vereins zu überzeugen.»?

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