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Den Fischen in der Töss geht das Wasser aus – sie müssen umgesiedelt werden

Der Winter war zu mild, der März aussergewöhnlich trocken, und am Sonntag wirds Sommer. Richtig mühsam ist das aber bisher nur für die Allergiker.

Von Daniel Schneebeliund Helene Arnet Zürich – Als Erstes wird die Trockenheit jeweils in der Töss sichtbar, weil der Bach nicht von einem grossen See als Ausgleichsbecken gespeist wird. Aussergewöhnlich schnell fällt die Töss zwischen Steg und Bauma, weil dort die Kiessohle besonders durchlässig ist und das Wasser rasch versickert. Vor einigen Tagen war die Situation so kritisch, dass Fischereiaufseher Werner Honold einen Kilometer Töss abfischen musste. Das tut er im Sommer zwar regelmässig, aber im März sei das aussergewöhnlich, wie der kantonale Fischereiadjunkt Andreas Hertig bestätigt. Die Situation im Kanton schätzt er derzeit dennoch nicht als dramatisch ein. Nur zwei richtige Regentage In den anderen Gewässern sind die Pegelstände ebenfalls unterdurchschnittlich tief, doch die Regenfälle in den letzten Tagen haben die Wasserstände wieder leicht ansteigen lassen, und Honold ist zuversichtlich, dass er in den nächsten 14 Tagen keine Fische mehr umsiedeln muss. Der zu Ende gehende März ist laut Meteo Schweiz einer der zehn trockensten, seit die Daten erhoben werden. Auf der Alpennordseite fiel nur gerade an zwei Tagen ausgiebiger Regen. «Und der Winter war nur ein Drittel Winter», sagt Stephan Bader von der Klimainformation. Als richtiger Wintermonat gehe nur gerade der Dezember durch. Januar und Februar waren deutlich zu mild.Doch die Natur ist zurzeit geduldig, denn noch sind Pflanzen und Bäume nicht in einer Vegetationsphase, in der sie auf Trockenheit empfindlich reagieren. Die Buschwindröschen sind ihrer üblichen Zeit vielleicht eine Woche voraus, doch von extremen Bedingungen kann nicht die Rede sein. Ausser bei der Hasel. Laut Regula Gehrig vom Pollenmessnetz von Meteo Schweiz hat der Pollenflug bei der Hasel aufgrund der milden Temperaturen bereits im Januar angefangen und bis letzte Woche gedauert. «Das ist wirklich extrem lang.»Das bekamen viele Allergiker am eigenen Leib zu spüren. Sie sind bisher die Leidtragenden der Trockenheit. Wenn es trocken ist, bleiben die Pollen länger in der Luft und werden auch immer wieder aufgewirbelt. Regen und Feuchtigkeit dagegen bringen jeweils spürbare Erleichterung. Für die Bauern ein Glücksfall Die Bauern dagegen haben nichts zu jammern. Im Gegenteil: «Wir können uns für das Wetter nur bedanken», sagt Ferdi Hodel, Geschäftsführer des Zürcher Bauernverbands. Die Landwirte hätten in den letzten Wochen die Felder bestellen können, ohne mit den Maschinen gross Spuren zu hinterlassen. Auch die Bodentemperaturen seien «schön hoch», was die Keimung der ausgebrachten Saat beschleunige. Trotz spärlicher Niederschläge ist auch Harry Graf, Mediensprecher beim EWZ, zufrieden. Die Speicherseen in den Bergen sind genügend gefüllt, ausser im Tessin und am Grimsel, wo der Wasserstand tief ist. Lässt sich nun aus dem trockenen, milden Frühling eine Prognose für den Sommer machen? Wetterfrösche munkeln, es komme wieder ein heisser Sommer wie 2003 auf uns zu. Damals sei der Frühling genauso gewesen. Stephan Bader von Meteo Schweiz winkt ab. «Solche Voraussagen sind rein spekulativ und lassen sich wissenschaftlich nicht belegen.» Meteo Schweiz wird Ende Mai nach allen Regeln der Kunst eine Sommerprognose zur Temperatur wagen – «und selbst diese hat lediglich eine Wahrscheinlichkeit von 55 bis 60 Prozent». Der akute Wassermangel in der Töss bei Bauma ist die Folge der lang anhaltenden Trockenheit. Foto: Beat Marti

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