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«Das Volk hat uns nicht geglaubt»

Der Fehraltorfer Gemeinderat erlitt zum zweiten Mal mit einer Vorlage Schiffbruch. Gemeindepräsident Wilfried Ott (SVP) sieht keinen Zusammenhang.

Herr Ott, haben Sie das gestrige Nein erwartet? Nicht so deutlich, es zeichnete sich aber ab. Warum? Die Gegner waren sehr präsent. Positive Werbung gab es kaum, und die Parteien sprachen sich mehrheitlich dagegen aus. Oblag es nicht dem Gemeinderat, dafür die Werbetrommel zu rühren? Nein. Wir sind als Exekutive Vertreter von allen Fehraltorfern. Wir können kein Geld für Werbung ausgeben, nur weil wir es gut finden. Eine Umfrage ergab, dass das Volk sich am Verkehr stört. Trotzdem sagte es Nein. Wie erklären Sie das? Das Volk hat uns nicht geglaubt. Es liess unsere fundierten Argumente nicht gelten. Die Gegner behaupteten teilweise einfach das Gegenteil. Ein Beispiel dafür ist, dass es nach der Umgestaltung mehr Stau geben würde. Würden Sie nachträglich etwas anders machen? Nein, nicht grundsätzlich. Die Gegner warfen Ihnen fehlende Kommunikation vor. Wir haben viel informiert und auch der richtigen Reihe nach. So suchten wir mit den Eltern, den Senioren und den Anwohnern das Gespräch, bevor wir uns an die breite Öffentlichkeit wandten. Vor kurzem sagten die Fehraltorfer ebenfalls sehr deutlich Nein zu einem Kredit von 7,75 Millionen Franken für den Ersatzbau der Hechtscheune. Sind die Fehraltorfer knauserig? Nein, das glaube ich nicht. Es ist aber sicher so, dass in der heutigen Wirtschaftslage alle genau auf das Geld schauen. Plant der Gemeinderat am Volkswillen vorbei? So krass würde ich das nicht ausdrücken. Wir werden aber künftig bei grossen Projekten die Parteien mehr mit einbeziehen. Vielleicht lief bisher alles zu glatt, schliesslich hat der Gemeinderat seit 1980 keine Vorlage mehr verloren. Erachten Sie diese Rückschläge als politische Niederlage? Ja. Wir haben wieder eine Abstimmung verloren. Das soll uns aber nicht daran hindern, weiterzuarbeiten. Interview: Pia Wertheimer Wilfried Ott.

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