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Das Vertrauen in «ihre Sonova» ist erschüttert

Die Stäfner zeigen sich betroffen, dass die Vorzeigefirma des Ortes in Verruf geraten ist.

Von Regine Imholz Stäfa – Dass in der Stäfner Firma Sonova kein «Business as usual» herrscht, wird schnell klar: Grüppchen von Mitarbeitern stehen diskutierend und rauchend vor dem Geschäftsgebäude, und ein Team des Schweizer Fernsehens versucht, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Das allgegenwärtige Thema sind die Turbulenzen rund um angebliche Insidergeschäfte von Geschäftsleitungsmitgliedern. Doch bei den Mitarbeitern sind keine grossen Unmutsbekundungen zu vernehmen: «Wir bleiben cool», sagt der eine. Und so geben sich fast alle. «Mir ist egal, wer der Chef ist», erklärt ein anderer, er habe den zurückgetretenen CEO Valentin Chapero sowieso nur einmal gesehen. Die Geschäftsleitung habe in den letzten Jahren einen guten Job gemacht. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand so dumm sein kann und das alles wegen Geld riskiert», erklärt einer der Mitarbeiter. Er glaube den Beteuerungen von Andy Rihs, dass «alles einfach dumm gelaufen sei». Etwas anders sehen die Leute auf der Strasse die Geschehnisse rund um die Sonova. «Ich bin enttäuscht, dass da Insidergeschäfte gelaufen sein sollen», sagt Hermann Keller aus Stäfa. Es gebe ja Leute, die einfach nie genug kriegen könnten, aber er könne nicht glauben, dass der Firmengründer einer von ihnen sei. «Anderseits», sagt Keller, «wo Rauch ist, ist auch Feuer.» Als Stäfner sei man sehr betroffen, dass diese Firma in Verruf geraten sei.Rolf Lichti glaubt, dass in der Sonova Insidergeschäfte gelaufen sind. Aber dass Andy Rihs wissentlich bei etwas Illegalem mitgemacht haben soll, kann der Stäfner nicht glauben: «Seine Gutgläubigkeit ist ihm zum Verhängnis geworden.» Er habe sicher Millionen abkassiert, aber das täten schliesslich alle – das sehe man ja bei den Bankern. Gegenüber den Aktionären sei das Vorgehen der Firma eine ganz schlechte Haltung. «Der Ruf von Andy Rihs wird auf jeden Fall Schaden nehmen», ist Liechti überzeugt. Dass er als Verwaltungsratspräsident zurückgetreten ist, sei reine Strategie: «Um zu retten, was noch zu retten ist.» Neue Leute stellen sich vor Holger Schimanke, Leiter der Aktionärsbeziehungen, ist überzeugt, dass das schnelle Handeln des Verwaltungsrats die Aktionäre beruhige. Er fühle ein starkes Bedürfnis bei den Investoren, die neue Geschäftsführung kennen zu lernen: «Sie wollen sich ein Bild machen, wie die Geschäfte weitergeführt werden.» Dazu sollen sie bald Gelegenheit bekommen. «Am 24. Mai findet eine Bilanzmedienkonferenz statt», sagt er, «und die Generalversammlung ist im Juni.» Sonova unter Verdacht, Seite 41

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