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Das Hickhack um Suter hat ein Ende

Heute läuft Julia Suter in der 12. Runde der Unihockey-SML gegen Zug erstmals für Dietlikon auf. Die Saison könnte für sie aber bald zu Ende sein, weil sie gegen ihren Ex-Klub Red Ants Winterthur nicht spielen darf.

Von René Hauri Im September ist es zum Zerwürfnis zwischen Julia Suter und den Red Ants Winterthur gekommen. Mitte Oktober bestätigte der Klub den Abgang der Nationalspielerin zu Ligakonkurrent Dietlikon in einer Medienmitteilung, in der von «unüberbrückbaren Differenzen» die Rede war. Ursprung war gemäss Trainer Rolf Kern ein Verstoss Suters gegen eine interne Regel. Über Details wollen die Beteiligten nicht reden. Die 20-Jährige wurde daraufhin für das Cup-Sechzehntelfinal-Spiel gegen Zurich Lioness nicht aufgeboten und sei danach den Trainings ferngeblieben. «Bereits im Laufe der Saison 2009/2010 kam es wiederholt zu Spannungen im Team», weiss Julias Vater Daniel Suter, Vorstandsmitglied des Vereins. Und seine Tochter sagt: «Es ist einfach zu viel passiert.» Sie zog die Konsequenzen. «Natürlich hätte ich mir nach 10 Jahren bei den Red Ants einen anderen Abschied gewünscht. Der Entscheid fiel mir sehr schwer, schliesslich habe ich noch nie für einen anderen Klub gespielt», sagt sie. Ihr Wechsel zu Dietlikon hatte allerdings lange und zähe Verhandlungen zwischen den Kantonsrivalen zur Folge, die erst am 23. Dezember ihren Abschluss fanden. Acht Tage bevor das Transferfenster im Unihockey schloss. «Ich war zu Beginn dabei. Ich hatte jedoch bald keine Lust mehr, zu diskutieren, wer welchen Fehler gemacht hat», sagt Julia Suter. «Das ist ein Kindergarten» Dietlikons Präsident Andi Rebsamen führte die Gespräche fort. Hauptstreitpunkt: Darf Suter in dieser Saison gegen die Red Ants antreten oder nicht? «Sie ist eine Spielerin, die eine Partie entscheiden kann. Das hat sie beispielsweise im Cupfinal 2010 bewiesen», macht Annetta Steiner, Geschäftsführerin des Winterthurer Klubs, ihren Standpunkt klar. Suter hatte damals die Red Ants mit einem Tor in der 53. Minute und dem Ausgleich kurz vor Spielschluss gegen Dietlikon in die Verlängerung gerettet. Die Winterthurerinnen gewannen 5:4. Rebsamen bringt für die Begründung Steiners nur wenig Verständnis auf: «Das ist für mich ein Kindergarten. Unihockey ist ein Amateursport. Es wird kein Geld bezahlt. Aber es gibt trotzdem Leute, die glauben, hoch professionell zu sein, und den Sport mit Eishockey oder Fussball vergleichen.» Und er resümiert: «Das Verhältnis zwischen uns und den Red Ants hat sich sicherlich nicht verbessert.» Letztlich musste er der Forderung aber nachkommen, schliesslich hätten die Red Ants den Transfer gar ganz verhindern können. Sie waren schlicht am längeren Hebel. Julia Suter zeigt sich ob des Hickhacks überrascht: «Ich hätte nie gedacht, dass das Ganze solche Ausmasse annehmen würde. Ich bin davon ausgegangen, dass mein Wechsel für alle Seiten eine gute Lösung ist, und meine Strafe einfach sein wird, dass ich die erste Saisonhälfte verpasse, danach aber uneingeschränkt spielen darf.» Für sie bedeutet der jetzige Entscheid, dass sie heute Samstag in Zug zwar ihr Debüt für Dietlikon geben darf, die Saison für sie aber schon früh zu Ende sein könnte. Denn das momentan drittplatzierte Dietlikon wird mit grosser Wahrscheinlichkeit im Playoff, das am 13. März beginnt, auf die Red Ants treffen (2.). «Die Verantwortlichen sagten immer, sie würden mir keine Steine in den Weg legen. Wenn ich aber eine Playoff-Serie verpasse, ist das für mich genau das», sagt Suter. Steiner entgegnet: «Für uns ist die Lösung ein Kompromiss. Wir sind ihr bei ihrem Wechsel nicht im Weg gestanden.» Sechs Spiele bis zum Playoff Suter muss nun damit leben. Primär ist sie froh, dass sie endlich wieder Ernstkämpfe bestreiten darf: «Ich war zwar an den Meisterschaftsspielen dabei, lief mit ein und war in der Garderobe. Aber auf dem Feld im Einsatz zu sein, ist nochmals etwas ganz anderes.» Sie sei bereit, glaubt Suter, die während ihrer Sperre viel Zeit in Konditionstraining investiert hat. «Die mangelnde Spielpraxis werde ich wohl schon spüren. Ich hoffe aber, das Gefühl kommt schnell zurück.» Bis zum Playoff wird sie sechsmal auflaufen (zweimal gegen die Red Ants gesperrt), im Cup ist Dietlikon bereits im Achtelfinal an Piranha Chur gescheitert. Wenige Einsätze, die Julia Suter auch im Hinblick auf die Auftritte mit dem Nationalteam optimal nutzen muss. Glücklich an neuer Stätte: Julia Suter mit Dietlikon-Trainer Beni Cernela.Foto: Gesa Lüchinger

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