Zum Hauptinhalt springen

Das Gemeinde-GA ist in Gefahr

Das Gemeinde-GA wird verteuert und ist weniger lang gültig. Die Richterswiler Gemeinderätin Renate Büchi (SP) stört dies, die Regierung hingegen findets richtig.

Von Patrick Gut Richterswil – Die Richterswiler Gemeinderätin und Kantonsrätin Renate Büchi (SP) sieht die Gemeinde-Tageskarte in Gefahr. Zahlreiche Gemeinden im Kanton verkaufen SBB-Gemeinde-Tageskarten für 30 bis 40 Franken. Nun planen die SBB Preiserhöhungen für das Angebot und wollen gleichzeitig die Geltungsdauer einschränken. Die Tageskarte wäre beispielsweise erst ab 9 Uhr gültig. Mit einer Preiserhöhung im Rahmen der Teuerung könnte sich Büchi wohl abfinden. Wäre die Tageskarte hingegen erst ab 9 Uhr gültig, würde sie gerade für längere Reisen hinfällig. Vom Regierungsrat wollte Büchi wissen, ob er das Angebot der Gemeinde-Tageskarten für unterstützungswürdig hält und wie er sich zu den Plänen der SBB stellt. Regierung stützt SBB-Meinung Der Regierungsrat unterstützt Renate Büchi in seiner Antwort auf die Anfrage nicht. Die Tageskarte Gemeinde sei als Schnupperangebot für jene Personen gedacht, die den öffentlichen Verkehr nicht nutzen würden. Mittlerweile habe sich die Tageskarte aber zum attraktiven Angebot für regelmässig Reisende entwickelt. Gegenüber einer regulären Tageskarte sparen Reisende 30 bis 40 Prozent. 2009 haben die SBB 1,1 Millionen reguläre Tageskarten und Aktionstageskarten verkauft. Diesen stehen 1,4 Millionen Tageskarten Gemeinde gegenüber. Laut Regierungsrat erleidet der öffentliche Verkehr so einen theoretischen Ertragsausfall von 40 Millionen Franken pro Jahr. Zur Erklärung: Die Tageskarte Gemeinde kostet zwischen 30 und 40 Franken. Eine reguläre Tageskarte aber gibts für 64 Franken. Laut Regierungsrat ist es also angezeigt, die Nutzungsbestimmungen der Gemeinde-Tageskarten so anzupassen, dass sie ihren ursprünglichen Zweck erfüllen. Der Regierungsrat hält es ebenfalls für gerechtfertigt, dass die Tageskarten Gemeinde unter der Woche erst ab 9 Uhr gültig sind. «Der öffentliche Verkehr stösst in den Hauptverkehrszeiten auf immer mehr Strecken an seine Kapazitätsgrenzen», schreibt der Regierungsrat in seiner Antwort. Die Einschränkung führe damit zu einer Entlastung. Renate Büchi ist mit der Antwort der Regierung nicht zufrieden. Die Tageskarte Gemeinde sei nach wie vor ein gutes Angebot für ÖV-Einsteiger. Büchi bezweifelt zudem, dass den SBB 40 Millionen Franken an Einnahmen entgehen würden. «Gäbe es die Gemeinde-Tageskarte nicht, würden viele Leute ganz verzichten und nicht einfach die herkömmliche Tageskarte kaufen.» Die Argumente zur zeitlichen Einschränkung der Gemeinde-Tageskarte teilt Büchi ebenfalls nicht. Sie sehe zwar die Pendlerproblematik, letztlich sei es aber eine Frage der Kapazitäten, die ungenügend seien. Und dieses Problem löse man nicht, indem die Gemeinde-Tageskarten nur noch eingeschränkt gültig seien.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch