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Cancellaras Zukunft: Neue Fragen, wenige Antworten

Der Berner flog gestern ab zur WM in Australien. Was 2011 ist, will er erst danach entscheiden.

Von Emil Bischofberger, Kloten Müde schaut er aus an seiner Pressekonferenz, übernächtigt, als ob er sich die ganze Nacht ob eines zu fällenden Entscheids im Bett gewälzt hätte. Könnte man meinen. Die Wahrheit ist weit profaner: Fabian Cancellara versuchte sich bereits in der Nacht auf Mittwoch auf die Umstellung auf die Zeit in Australien vorzubereiten. Ging erst gegen 3 Uhr morgens ins Bett, zwei Stunden später klingelte der Wecker, schliesslich wollte er vor dem Abflug gestern Mittag noch die versammelte Radpresse informieren. Nur: worüber? Über seinen Entscheid, an der WM in Melbourne teilzunehmen. Doch viel mehr interessierte: Wo fährt er 2011? «Klar ist: Ich habe noch nirgends unterschrieben», hält er fest. Das ist die einzige Neuigkeit, die er zum Thema enthüllt. Einen Vertrag will er erst nach der WM abschliessen. Immerhin gibt er zu, dass ihn die Abgangsverhandlungen mit Bjarne Riis viel Energie gekostet haben. «Seit es offiziell ist, habe ich mich x Prozente besser gefühlt. Sonst würde ich jetzt auch nicht an die WM fliegen.» Er ist nicht in der Verfassung wie vor einem Jahr in Mendrisio, als alle auf ihn schauten. Das kommt ihm gar nicht ungelegen. Denn er hat Anzeichen, dass die Form kommt. Mit einem Jahr Abstand sagt er: «So, wie ich in Mendrisio gefahren bin, kann man keine Rennen gewinnen.» Es brauche auch den Kopf, nicht nur die Beine. Und stimmen muss beides auch im Zeitfahren, wo er den vierten Titel anstrebt. Der neue Traum Das alles ist interessant, viel mehr interessiert trotzdem, was 2011 sein wird. Cancellara spricht davon, selber ein Team weiterbringen zu wollen. «Bisher hat immer Bjarne (Riis) entschieden», sagt er und erzählt vom Traum, «einst selber einmal ein Team zu haben, von null aufzubauen». Das sind neue Töne, und sie werfen neue, unbeantwortete Fragen auf. Was war da noch mal mit diesem australischen Pegasus-Team, das praktisch von null durchstarten will? Sind das Luxemburger Team um die Schleck-Brüder und BMC in der Prioritätenliste plötzlich nach hinten gerutscht? Nach einer halben Stunde ist das Frage-und-Antwort-Spiel vorüber. Auch Cancellara muss bewusst sein: Er hat bezüglich seiner Zukunft mehr neue Fragen aufgeworfen als alte beantwortet. Nur kümmert ihn das nicht gross: «Sobald ich im Flugzeug sitze, beginnt das Projekt Melbourne, da kann ich abschalten.»

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