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Bülacher ruft sich in Erinnerung

Orientierungsläufer Andreas Rüedlinger gewann an der Schweizer Meisterschaft seine ersten Elite-Medaillen.

Von Jörg Greb In Salouf, oberhalb von Savognin, schaffte es Andreas Rüedlinger gleich zweimal aufs Podest: Platz 3 hinter Matthias Merz und Andreas Kyburz über die Langdistanz am Samstag und gar Platz 2 hinter Merz im Sprint am Sonntag. 4:59 Minuten (Lang) respektive 59 Sekunden (Sprint) fehlten ihm zum Schweizer-Meister-Titel. Doch das war nicht das Entscheidende. Vielmehr hält der 25-jährige Informatikstudent fest: «Endlich hats geklappt, endlich habe ich auch Medaillen bei der Elite gewonnen.» Trotz einiger Absenzen – der Weltranglistenerste Daniel Hubmann wie auch der WM-Zweite im Sprint, Fabian Hertner, verzichteten verletzungsbedingt – überraschte Rüedlinger. «Auf dem Podest hatte ich mich nicht unbedingt gesehen», räumt er ein. Über die Langdistanz konnte er lange mit Merz mithalten. Auf der ersten Streckenhälfte hatte er gar zeitweise in Führung gelegen. Erst in der Schlussphase baute er physisch und konzentrationsbedingt ab. Ihm unterliefen «blöde Fehler». Andreas Rüedlinger hatte vor fünf Jahren auf sich aufmerksam gemacht. Damals lief er an der Junioren-WM im Tessin auf Platz 2. Sieger war Olav Lundanes (No), jener Mann, der sich vor bald zwei Wochen an der WM in Trondheim die Goldmedaille über die Langdistanz sicherte. Von solchen Erfolgen kann Rüedlinger höchstens träumen. Es fragt sich, warum der Bülacher keinen vergleichbaren Aufstieg hinter sich hat, warum er erst jetzt seine ersten Einzelmedaillen an einer SM gewonnen hat. Hauptgrund: Verletzungen. Ein Ermüdungsbruch und eine Knieverletzung hinderten ihn am konstanten Vorwärtsstreben. Mittlerweile scheint er die Balance für seinen Körper aber gefunden zu haben. WM-Medaille als Fernziel Vorletzten und letzten Winter trainierte er ohne Rückschläge und Zwangspausen. Der Leistungssprung ist darauf zurückzuführen. Dass er aber nach wie vor nicht zu den grossen Namen des Schweizer Orientierungslaufs zählt, hängt mit der Konkurrenz zusammen. Daniel Hubmann, Matthias Merz, Matthias Müller und Fabian Hertner haben in diesem Jahr WM- oder EM-Titel gewonnen. Die jüngsten Erfolge bestärken Rüedlinger in der Absicht, «weiter hart zu arbeiten». Und am übernächsten Wochenende folgt mit der nationalen Meisterschaft über die Mitteldistanz, die auch als Selektionslauf für die Weltcup-Rennen im Herbst gilt, bereits der nächste Höhepunkt. Ob Rüedlinger sich erneut über einen Medaillengewinn freuen kann? Der zurückhaltende Athlet hat seinen Fokus aber in die fernere Zukunft gerichtet. Er möchte die Qualifikation für die Weltmeisterschaft schaffen. Und falls er dieses Ziel erreicht hat, nächstes oder spätestens übernächstes Jahr, solls in Richtung WM-Medaille weitergehen. Bis jetzt zählte Rüedlinger erst einmal zu einer Schweizer Elite-Auswahl: 2008 an der Europameisterschaft.

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