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Bombenleger vor Gericht

Zwei Bosnier müssen sich wegen des 2006 in Höngg gefundenen Sprengsatzes verantworten. Die Bombe hätte töten können.

Von Benno Gasser Bern/Zürich – Die Bundesanwaltschaft (BA) klagt zwei Staatsbürger von Bosnien-Herzegowina im Zusammenhang mit einem Bombenfund in Höngg des versuchten Mordes an, wie sie in einer Mitteilung schreibt. Der Attentatsversuch ereignete sich am 17. Dezember 2006. Die Stadtpolizei musste nach Höngg ausrücken, weil eine Person unter einem parkierten Mercedes an der Reinhold-Frei-Strasse ein verdächtiges Paket entdeckt hatte. 150?Anwohner wurden evakuiert. Wie sich wenig später herausstelle, enthielt das Paket eine «funktionstüchtige Bombe mit hochbrisantem Sprengstoff», wie Jeannette Balmer, Sprecherin der Bundesanwaltschaft, damals sagte. Zwei Tage später wurden zwei Personen verhaftet und noch am gleichen Tag wieder freigelassen. Sie sind laut Balmer nicht identisch mit den Angeklagten. Am 26.?Februar 2008 wurde dann ein Mann unter dem Verdacht der versuchten vorsätzlichen Tötung und der Gefährdung durch Sprengstoffe in verbrecherischer Absicht verhaftet. Am 15. April wurde er wieder aus der Untersuchungshaft entlassen. Die BA will sich nicht dazu äussern, ob er einer der Angeklagten ist. Auch zum Motiv schweigt die BA. 429 Gramm Sprengstoff Die Bombe bestand aus 429 Gramm Sprengstoff und einem zum Zeitzünder umgebauten Handy. Der Sprengstoff stammte aus Beständen der serbischen Armee. Wäre der Sprengsatz explodiert, hätte er laut BA Menschen im Fahrzeug oder in dessen naher Umgebung töten können. Die Bombe galt dem Besitzer des Mercedes, einem in Dietikon lebenden Serben. Er hatte in Höngg an der Reinhold-Frei-Strasse eine dort wohnende Kroatin besucht, mit der er in Regensdorf das Restaurant Downtown betrieben hatte. Das Lokal ging 2006 in Konkurs und soll einen Schuldenberg hinterlassen haben. Wann die beiden Angeklagten vor Bundesstrafgericht erscheinen müssen, ist noch offen. Laut Patrick Guidon, stellvertretender Generalsekretär des Bundesstrafgerichts, soll die Verhandlung wenn möglich im Oktober oder November stattfinden. Der Termin hänge von den Verfügbarkeiten des Gerichts und der Parteienvertreter ab. Auch für das Bundesstrafgericht ist der Fall kein Alltagsgeschäft. Sprengstoffdelikte wurden bisher selten angeklagt. Das letzte Urteil datiert vom 21. Juni 2007.

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