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Beherzter ZSC stoppt die Flyers

Mit einem 2:1 nach Penaltys stürzten die Stadtzürcher den Rivalen vom Leaderthron.

Von Simon Graf, Zürich Erneut 2:1, diesmal nach Penaltys, und doch bot das zweite Zürcher Derby der Woche einiges mehr als das erste. Rückkehrer Rintanen belebte das Klotener Spiel, die ZSC Lions traten mit der Entschlossenheit auf, die man sich im Hallenstadion von ihnen wünscht, und die Anhänger beider Teams mussten bis nach 22 Uhr bangen. Dann parierte Flüeler auch den fünften Klotener Penalty und durfte sich als Derbysieger feiern lassen. Nach acht Erfolgen riss also die Serie der Flyers, dafür fanden die ZSC Lions zurück auf den richtigen Weg. Sie hätten auch diesmal verlieren können, wiederum versagten sie Mal für Mal vor dem gegnerischen Tor, doch es rächte sich nicht. Wichtiger als die zwei Punkte ist wohl das Signal des Teams, dass es noch lebt, dass es Trainer Colin Muller nicht im Stich lassen will. «Wenn man keine Tore schiessen kann, muss man halt defensiv gut arbeiten», hielt der erleichterte Kanadaschweizer fest. Zum dritten Mal in Serie brachte sein Team nur ein Tor zustande, das 1:0 Rysers nach 152 Sekunden. Viele der 8200 Zuschauer vermuteten, dies könnte der Treffer sein, der beim ZSC die offensive Blockade lösen würde. Sie irrten. Am frappantesten sah man dies in der 19. Minute, als der sonst treffsichere Bärtschi bei doppelter Überzahl das leere Tor und das 2:0 verpasste. Und im letzten Angriff des Startdrittels glich Bieber nach einem Abpraller aus. Die ZSC Lions, bei denen der Jugendsturm mit Ryser und Schäppi verblüffte, hatten die ersten 20 Minuten dominiert und trotzdem nur ein Remis herausgeholt. Entmutigen liessen sie sich aber nicht. Die Flyers waren im weiteren Verlauf der Partie zwar eher torgefährlicher. Doch Flüeler oder vereinte Kräfte in der ZSC-Abwehr wehrten sich gegen Dribbelkünstler Rintanen erfolgreich. Die Partie wogte phasenweise hin und her, bot viel mehr Unterhaltung, als das Resultat vermuten liesse, doch Tore fielen keine mehr. Und im Penaltyschiessen zeigte Flüeler, dass er mit dieser Kurzentscheidung immer besser umzugehen weiss. Vor Wochenfrist hatte er sich in Davos von vier Schützen nicht bezwingen lassen, diesmal parierte er sogar fünf Penaltys. Und damit stoppten die Lions ihre schwarze Derbyserie von zuletzt fünf Niederlagen gegen die Flyers. Gelassener Eldebrink Flyers-Coach Anders Eldebrink gab sich wie gewohnt gelassen und sagte: «Vier Punkte gegen eine starke Mannschaft wie den ZSC, das ist gut.» Der Gegner habe mit etwas mehr «Verzweiflung» gespielt, sagte er und meinte damit Entschlossenheit. Aber das sei ja wohl verständlich angesichts deren Lage. Zudem verwies der Schwede darauf, dass eine Klotener Serie noch nicht gerissen sei: jene der Unbesiegtheit nach 60 Minuten. Die beläuft sich nun inklusive Vorbereitung auf 18 Spiele. Muller studierte derweil schon wieder darüber nach, wie er seine Stürmer zum Toreschiessen inspirieren könnte und sagte: «Ich habe in den letzten Tagen und Wochen sehr viel zur Mannschaft gesprochen. So viel, wie man das so früh in der Saison eigentlich nicht tun sollte.» Das Toreschiessen hat der einst kaltblütige Goalgetter seinen Spielern noch nicht vermittelt. Aber immerhin scheinen sie begriffen zu haben, dass für sie der Weg zu Punkten und etwas mehr Ruhe um den Klub nur über 60 oder 65 Minuten Kampf gehen kann. Lions-Goalie Lukas Flüeler gegen seinen einzigen Bezwinger, Matthias Bieber – im Penaltyschiessen blieb Flüeler dann zum zweiten Mal ungeschlagen. Foto: Andy Müller (EQ)

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