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Auf Trainingsfahrt mit der Kutsche tödlich verunglückt

In Bülach ist der 70-jährige Heinrich Maag nach einem Unfall mit einer Pferdekutsche gestorben. Er war der letzte Fuhrmann der Brauerei Hürlimann.

Von Stefan Hohler und Céline Trachsel Bülach – Der tragische Unfall ereignete sich am Mittwochmorgen. Der 70-jährige Heinrich Maag aus Bachenbülach war kurz nach 10.30 Uhr mit seinem Einspänner auf dem Mösliweg Richtung Nussbaumen unterwegs. Ebenfalls in der Trainingskutsche befand sich eine 68-jährige Begleiterin. Wie die Kantonspolizei Zürich gestern mitteilte, scheute das Pferd und brannte durch. Beim Versuch, den Wallach unter Kontrolle zu bringen, kippte die Kutsche. Der Mann und die Frau wurden aus dem Gefährt geschleudert und verletzt. Eine Ambulanz brachte sie ins Spital, wo der 70-Jährige einige Stunden später starb. Die 68-jährige Frau ist weiterhin im Spital. Beim Kutscher handelt es sich um einen erfahrenen Pferdefreund. Er war auch beruflich mit Rossen verbunden: Als letzter Kutscher der Zürcher Brauerei Hürlimann fuhr er acht Jahre lang bis 1998 mit belgischen Kaltblütern durch die Zürcher Innenstadt. Von der Brauerei aus belieferte er die Beizen mit Bierharassen. Die letzten zwei Jahre war er als Hürlimann-Kutscher nur auf Werbefahrten unterwegs und führte keine Lieferungen mehr aus. Maag war ein langjähriges Vereinsmitglied des Kavallerievereins Bülach und Umgebung (KVB) gewesen, wie Präsident Urs Truttmann auf Anfrage sagte. Der Verein mit Sitz in der Pferdesportanlage Bülach gehört mit rund 660 Mitgliedern zu den Grossen in der Schweiz. Beim Opfer habe es sich um einen «absoluten Profikutscher» gehandelt, sagt Truttman. Es sei für alle Vereinsmitglieder unverständlich, wie es zum tragischen Unfall kommen konnte; man sei betroffen. Laut Truttmann hatte der Kutscher beim Durchbrennen des Wallachs richtig reagiert. Er hat die Kutsche auf eine Wiese gelenkt und das Ross «Volte» fahren lassen. Dabei läuft das Pferd einen Kreis, bis es müde wird. So kann es wieder unter Kontrolle gebracht werden. Kurve zu eng genommen Laut eines Augenzeugen hat das Gespann aber eine Kurve zu eng genommen und ist dann gekippt. Maag habe dem Augenzeugen noch erzählt, dass ein Geräusch beim Bremsen das Pferd aufgescheucht hatte. Beim Gespann hat es sich um eine sogenannte Trainingskutsche gehandelt. Diese wird vor allem für Ausfahrten gebraucht. Sie sei sicher, da der Radstand breit ist und die Achsen gefedert sind, sagt KVB-Präsident Urs Truttmann. Das Opfer habe früher auch Wettkämpfe mit Turnierkutschen gemacht. Dabei wird ein Parcours absolviert, bei dem es um Geschwindigkeit und Geschicklichkeit geht. Der Wallach gehörte dem Mann, er habe mit ihm schon viele Ausfahrten gemacht. Heinrich Maag erzählte vergangene Woche anlässlich seines 70. Geburtstags dem «Zürcher Unterländer» aus seinem Leben und über seine Zeit als Fuhrmann. Schon als Kind habe er eine tiefe Bindung zu diesen «majestätischen Fluchttieren» gehabt. Später war Maag Kavallerist beim Militär. Der Landwirt arbeitete während vieler Jahre auf dem Bauernhof seiner Eltern und hatte immer Pferde. Durchgebrannt sei ihm in seinem Leben lediglich einmal ein Hengst. Im Gegensatz zum tragischen Unglück vom Mittwochmorgen war das damalige Ereignis aber glimpflich verlaufen. Nach dem Tod seines Vaters führte Heinrich Maag den Hof gemeinsam mit seiner Mutter weiter. Er sah sich nach einer zusätzlichen Einnahmequelle um und entdeckte ein Inserat der Hürlimann Brauerei. Diese suchten einen Kutscher für ihre acht belgischen Brabanten. Mit diesem Einspänner verunglückte der 70-Jährige. Foto: Kapo Zürich Heinrich Maag.

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