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Auch der Bund ist für eine «Lex Fry»Auch der Bund ist am Uetliberg für eine «Lex Fry»

Jetzt bekommt Hotelier Giusep Fry noch Unterstützung aus Bern: Der Bund hat nichts dagegen, dass der Uto Kulm Erholungsgebiet wird.

Von Silvio Temperli Stallikon/Zürich – Die umstrittene Richtplanänderung auf dem Gipfel des Zürcher Hausbergs, die der Kantonsrat Ende Juni beschlossen hat, scheint nur noch Formsache zu sein: Wie Kantonsplaner Wilhelm Natrup sagt, hat das Bundesamt für Raumentwicklung bereits «in einem Vorprüfungsbericht die Genehmigung in Aussicht gestellt». Das Gesuch ist unterdessen eingereicht, der definitive Entscheid fällt im Oktober. Das bedeutet: Der Uto Kulm, bisher als Landwirtschaftsgebiet festgelegt, wird als Erholungsgebiet ausgeschieden. Diese Anpassung schafft die Grundlagen für einen Gestaltungsplan, der den Weg frei macht, die widerrechtlich erstellten Bauten auf der Hotelanlage im Nachhinein zu legalisieren. Darum sprachen Linke und Grüne während der hitzigen Parlamentsdebatte von einer «Lex Fry». Die Zonenänderung diene allein den geschäftlichen Interessen des Kulm-Eigentümers Giusep Fry und verstosse gegen den Grundsatz «Gleiches Recht für alle». Auch die bürgerliche Ratsmehrheit tadelte den Wirt, erachtete indes die neue Lösung als vernünftigen Kompromiss, um den endlosen Konflikt auf dem Berg zu entschärfen. Kiosk wieder unter dem Turm Anfang Juli hat die Baudirektion die Teilrevision des Richtplans sowie den Entwurf des Gestaltungsplans für den Uto Kulm im Amtsblatt des Kantons veröffentlicht. Anfechten lässt sich der Richtplan nicht. Einzig Einwendungen in Form ergänzender Anregungen sind möglich. Laut Baudirektion sind davon nahezu 200 eingegangen, über 150 stammen von Privatpersonen, weitere von Interessenvertretern aus der Tourismusbranche sowie dem Umwelt- und Naturschutz. Fast alle Anträge betreffen den Gestaltungsplan, der dem Event-Betrieb auf dem Uto-Plateau Grenzen setzen soll. Wie Kantonsplaner Wilhelm Natrup erläutert, hat der Kanton einige Anträge im Entwurf berücksichtigt. Unter anderem soll aufgrund der Einwendungen der Kiosk jetzt wieder unter dem Aussichtsturm stehen. Des weiteren sind lediglich 12 Helikopterflüge im Jahr zugelassen und nicht mehr bis zu 24. Und was den Privatverkehr angeht, ist die Zahl der Autofahrten von 4500, wie sie Giusep Fry forderte, auf 4000 reduziert worden. Im März 2011 dürfte Baudirektor Markus Kägi (SVP) den Gestaltungsplan festsetzen. Auf Einwendungen zur demokratisch beschlossenen Richtplanänderung ist die Baudirektion hingegen nicht eingetreten. Anders als die Kantonsräte der SP und Grünen akzeptiert das rot-grüne Zürich die Umzonung. Der Stadtrat hat nichts dagegen einzuwenden, dass aus dem Landwirtschaftsgebiet auf dem Uto Kulm nun eine Erholungszone wird. Dass auch die Gemeinden Stallikon und Uitikon hinter der Revision stehen, war indes schon vor dem Parlamentsentscheid von Ende Juni klar.

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