Zum Hauptinhalt springen

Angst vor Partys am See

In Meilen wehren sich Anwohner gegen die Idee, aus dem alten Pumpwerk ein Bistro zu machen.

Von Daniel Fritsche Meilen – Öffentliche Plätze am See sind rar. Im Meilemer Horn könnte ein solches Plätzchen entstehen. Der Gemeinderat will das alte Pumpwerk für Wassersport, Kulturelles und ein einfaches Bistro nutzen. Vor allem Letzteres ist den Anwohnern oberhalb der Seestrasse aber ein Dorn im Auge. Die Angst geht um vor einer «Festhütte am See», die Gäste von weit her nach Meilen locken wird – Gäste, die Lärm, Verkehr und Abfall produzieren. Brigitta Meier, die «zwei Steinwürfe» vom alten Pumpwerk entfernt wohnt, meint: «Den ganzen Tag Jubel, Trubel – das brauchen wir hier nicht.» Vor über zehn Jahren sei das Quartier bereits in Aufruhr geraten, als im Horn eine kleine Pommes-frites-Bude in Betrieb genommen worden sei. «Solche Zustände wie damals wollen wir nicht mehr.» Der Gestank von Frittieröl sei permanent in der Luft gehangen, Lastwagen hätten die Parkplätze blockiert. Dass der Gemeinderat nun «ausgerechnet» wieder einen Gastrobetrieb anstrebt, kann die Nachbarin nicht verstehen. Im Namen einiger Anwohner meint Brigitta Meier: «Wir finden, dass dieses Projekt total an den Bedürfnissen der Bevölkerung vorbei realisiert wird!» Café oder Rummelplatz? Die Vorwürfe möchte Irene Ritz (SP) so nicht stehen lassen. Die Liegenschaftsvorsteherin von Meilen verweist auf das intensive Mitwirkungsverfahren, das der Planung vorangegangen sei. Die Bevölkerung sei dazu aufgerufen worden, Ideen für das alte Pumpwerk einzureichen. Eine vorgefasste Meinung, was mit der wertvollen Liegenschaft am See geschehen soll, habe der Gemeinderat aber nicht gehabt. Aus den 15 eingereichten Ideen habe sich ein klarer Favorit herausgeschält. Dieser Vorschlag werde nun weiterverfolgt. An einer Gemeindeversammlung, vermutlich im September, soll dann das Volk über einen Umbaukredit abstimmen können. «Dass die Nachbarn Lärmimmissionen befürchten, verwundert mich nicht besonders», sagt die Gemeinderätin. Bei grösseren Projekten sei das immer so. Sie könne die Anwohnerschaft aber beruhigen: «Wir wollen keine Eventmeile.» Geplant sei ein Bistro, in dem gelegentlich kulturelle Anlässe stattfinden würden. Was die Gastronomie betreffe, sei weder ein überteuerter Gourmettempel noch eine schmuddelige Pommes-frites-Bude vorgesehen. Abends gelte natürlich die Lärmschutzverordnung.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch