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Am ersten Schultag erhielten Stadler Kinder hohen Besuch aus Zürich

Zum Schulanfang nahm Bildungsdirektorin Aeppli einen Augenschein in der Schule Stadel. Im ländlichen Schulhaus sind die Probleme vergleichsweise klein.

Von Andrea Söldi Stadel – «Willkommen im neuen Schuljahr» stand gestern in perfekter Schulschrift auf der Wandtafel der gemischten Klasse aus Dritt- und Viertklässlern. Für ihren traditionellen Besuch zum Schulanfang hatten Regierungsrätin Regine Aeppli (SP) und Volksschulamtleiter Martin Wendelspiess dieses Jahr die Primarschule Stadel ausgewählt. Die 26 Kinder, die neu zu einer gemischten Klasse zusammengefasst worden waren, stimmten ein Lied an und beschäftigten sich dann bereits mit dem neuen Quartalsthema: dem alten Ägypten. «Wir erhalten immer nur die Schadensmeldungen, aber wenn wir dann vor Ort sind, treffen wir motivierte Lehrer und anständige Schüler an», bemerkte Aeppli leicht ironisch gegenüber den anwesenden Medienvertretern. Die Bildungsdirektorin war in letzter Zeit wegen des akuten Lehrermangels und anderer schulischer Themen in die Kritik geraten. Tatsächlich trafen die obersten Schulvertreter des Kantons in Stadel fast idyllische Verhältnisse an verglichen mit anderen Schulen im Kanton: Die Schülerzahlen sinken leicht, der Ausländeranteil ist klein. Klassenlehrer mussten aufs neue Schuljahr keine gesucht werden, und die wenigen freien Stellen für Fachlehrer und Heilpädagogen konnten allesamt besetzt werden. Die Wahl für den Schulbesuch sei wohl aufgrund persönlicher Beziehungen auf Stadel gefallen, mutmasste Schulleiter Werner Kramer. An vielen anderen Schulen seien die Schwellenängste und die Vorbehalte gegenüber den Schulverantwortlichen grösser. Früher aufmüpfige Schule Dabei war die Schule Stadel in der Geschichte keineswegs immer obrigkeitshörig. Bald 200 Jahre ist es her, da ging ein regelrechter Aufruhr von ihr aus. Die Unterländer waren erbost, weil die Regierung von oben, ohne Mitspracherecht der Gemeinden, Reformen verfügt hatte. «Das kommt mir bekannt vor», bemerkte Aeppli zum geschichtlichen Exkurs des Schulleiters. 1834 hatten die Stadler Bürger das Schulhaus gestürmt und die neuen, ungeliebten Lehrmittel kurzerhand auf die Strasse geworfen. Darauf schickte die Regierung Landjäger ins Unterland, welche die Rädelsführer verhafteten. Nach dem Augenschein in der Primarschule zogen Aeppli und Wendelspiess weiter in den Kindergarten Windlach, wo die Knirpse ihre ersten Erfahrungen mit der Welt der Schule hatten. Sie machten Bekanntschaft mit der Stoffmaus Frederik und durften ihren vorgezeichneten Namen ausmalen. Vereinzelte sassen noch auf dem Schoss ihrer Mutter. Am Schluss der Lektion überreichten sie ihren Müttern im Auftrag der Kindergärtnerin eine Blume. Und weil diese bekanntlich Wasser braucht, mussten die Mütter danach schnell nach Hause, um sie einzustellen. Volksschulamtleiter Martin Wendelspiess (links) und Bildungsdirektorin Regine Aeppli besuchen die Kleinsten. Foto: David Baer

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