Zum Hauptinhalt springen

Adliswil verliert seinen prominentesten Politiker

Mario Fehr (SP) tritt bei den Stadtratswahlen nicht mehr an. Nach 16 Jahren in der Adliswiler Exekutive zieht er sich aus der Lokalpolitik zurück.

Adliswil. - Als politisches Wunderkind vom Sihltal hat die NZZ Mario Fehr (51) schon bezeichnet. Das kommt nicht von ungefähr. Fehr wurde 1985 SP-Präsident in Adliswil, politisierte 8 Jahre lang im Adliswiler Parlament, wurde dann in den Stadtrat gewählt und schaffte vor 10 Jahren den Sprung in den Nationalrat. In Adliswil betreut er das Ressort Jugend, Freizeit, Sport. Auf der nationalen Polit-Bühne fühlt sich Fehr in vielen Dossiers zu Hause. Durch seine vielen Auftritte bei Polit-Sendungen im Fernsehen hat der eloquente Politiker nationale Bekanntheit erlangt. «25 Jahre Lokalpolitik sind genug», sagt Fehr. Man müsse zurücktreten, wenn es am schönsten sei. Er habe nach wie vor Freude an der Lokalpolitik, die Zusammenarbeit im Stadtrat sei hervorragend, und er übe sein Amt bis zum Schluss mit Elan aus. Doch schon bei den letzten Ersatzwahlen habe er sich gesagt, dies sei das letzte Mal.

Der Adliswiler SP kommt dieser Entscheid aus taktischen Gründen vermutlich nicht ungelegen. Sie stellt zurzeit drei Stadträte. Doch die Anzahl der Stadtrats-Mitglieder wird von neun auf sieben reduziert. Deshalb erhebt die SP Anspruch auf zwei Sitze. Und die beiden anderen SP-Stadtratsmitglieder, Astrid Romer, Tiefbau, und Stephan Herzog, Soziale Aufgaben, treten wieder an. Ob die SP eine dritte Kandidatur aufstellt, ist abhängig von den Nominationen der anderen Parteien.

Die Ausgangslage bei den Stadtratswahlen ist noch offen. Die SVP stellte vorerst einen Kandidaten auf: Patrick Stutz (bisher). Auch die SVP hält sich wie die SP eine Nachnomination offen. Die FDP will den Besitzstand wahren. Sie nominierte Stadtpräsident Harald Huber und Susy Senn. Senn soll Heinz Spälti ersetzen, der zurücktritt. Die Freien Wähler schicken ihren bisherigen Stadtrat Walter Müller in die Wahlen (siehe Kasten). Ob es zu Kampfwahlen kommt, hängt nun von der CVP ab, die nächste Woche ihre Nominationen vornimmt. Treten beide bisherigen Stadträte wieder an, bewerben sich acht Kandidierende für die sieben Sitze.

Gabriella Barco Greiner will bleiben

Die SP will ihre zehn Sitze im Gemeinderat behalten und damit stärkste Fraktion bleiben. Gabriella Barco Greiner, die zusammen mit ihrem Mann von Al-Qaida-Terroristen entführt wurde, kandidiert wieder. Von den Bisherigen treten auch Barbara Häberli, Rita Schmid Göldi, Carmen Marty Fässler, Davide Loss und Sait Acar wieder an sowie weitere 16 Kandidatinnen und Kandidaten.

Gabriella Barco Greiner war am 22. Januar mit ihrem Mann Werner Greiner während einer Reise in Mali entführt worden. Die 54-Jährige kam im April wieder frei; ihr Mann im Juli. Barco wird an der nächsten Sitzung des Gemeinderats, voraussichtlich im November, erstmals nach ihrer Entführung wieder teilnehmen. Sie hatte dieses Jahr als Friedensrichterin kandidiert. Ihre Partei musste die Kandidatur wegen der Entführung aber zurückziehen.

Mario Fehr.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch