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Adliswil verlangt mehr Geld für den Schweizer Pass

Wer sich einbürgern lassen will, muss dafür künftig 1500 Franken bezahlen. So teuer ist es im Bezirk Horgen nur noch in Wädenswil und Kilchberg.

Von Anja Müller 500 Franken pro Person und 1000 Franken pro Ehepaar müssen Ausländer und Ausländerinnen in Adliswil heute bezahlen, um sich einbürgern zu lassen. Diese Gebühr deckt laut dem Gemeinderat den Aufwand für eine Einbürgerung nicht. Deshalb hat er aufgrund einer Motion der FDP an seiner letzten Sitzung beschlossen, die Tarife zu erhöhen. Ab dem 1. April erhebt die Gemeinde Adliswil pro Dossier 1500 Franken. Dies bedeutet, dass für jede Einzeleinbürgerung neu das Dreifache verrechnet wird. Die Einbürgerung eines Ehepaars kostet ebenfalls 1500 Franken, also 500 Franken mehr als heute. Richterswil ist am günstigsten Mit dem neuen Einbürgerungstarif zieht Adliswil mit den teuersten Gemeinden im Bezirk gleich: Wädenswil und Kilchberg verrechnen ebenfalls eine Pauschalgebühr von 1500 Franken pro Dossier. Zum Vergleich: In Richterswil ist die Einbürgerung mit 400 Franken am günstigsten. Die bisherigen Gebühren in Adliswil haben sich nach den Ansätzen des Kantons gerichtet, die für erleichterte Einbürgerungen gelten. Neu werden die effektiven Verfahrenskosten verrechnet. Sie setzen sich zusammen aus dem Aufwand der Verwaltung (8,8 Stunden) und demjenigen von Gemeinde- und Stadtrat (11,5 Stunden). Nichts verändern wird sich, wenn ein Bewerber sein Gesuch in einer frühen Phase zurückzieht. In diesem Fall muss er keine Gebühren zahlen – obwohl die FDP dies ebenfalls ändern wollte. Der Gemeinderat begründet seine Haltung damit, dass die Einbürgerungswilligen vor dem ersten Gespräch oftmals nicht abschätzen können, welche Anforderungen sie erfüllen müssen, um den Schweizer Pass zu erhalten. Torschlusspanik bleibt aus Bei einem negativen Entscheid des Gemeinderats muss ein Bewerber nur dann Gebühren zahlen, wenn er sein Gesuch trotz schlechter Prognose der Behörden nicht zurückgezogen hat. Da die neuen Einbürgerungstarife erst am 1. April eingeführt werden, liegt die Vermutung nahe, dass sich viele nun noch in letzter Sekunde «günstig» einbürgern lassen wollen. Dies ist laut dem stellvertretenden Stadtschreiber Roland Sibler jedoch nicht der Fall: «Die Anfragen von Bewerberinnen und Bewerbern haben bisher nicht zugenommen.» Er rechne auch nicht damit, dass sich dies im kommenden Monat noch ändern werde.

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