Zum Hauptinhalt springen

39 Zürcher Schüsse für zwei Punkte

Die ZSC Lions mühten sich beim 2:1-Overtimesieg gegen die Lakers erneut ab.

Von Simon Graf, Zürich Dank Andres Ambühl dürfen sich die ZSC Lions immerhin mit einem halbwegs guten Gefühl in die zweite Länderspielpause verabschieden. Der Bündner bezwang Manzato in der Overtime zum 2:1, und der Lakers-Goalie, der zuvor mehrmals mirakulös gerettet hatte, sah dabei nicht so gut aus. Trotzdem: Bei ihm durften sich seine Kollegen bedanken, dass es immerhin zu einem Punkt reichte – 39:16 lautete das Schussverhältnis zu Zürcher Gunsten, doch Manzato blieb im Auge des Hurrikans ruhig. Auch Flüeler zeigte bei seiner Rückkehr ins ZSC-Tor eine gute Leistung, er verspürte nach der Partie indes Schmerzen an der Leiste und muss auf seine Einsätze im Nationalteam diese Woche verzichten. Falls Flüeler länger ausfallen sollte, stände Sulander bereit. Ein Torhüterproblem haben die ZSC Lions also nicht. Schwer tun sie sich am anderen Ende des Rinks. Mit dem Trainerwechsel war das Offensivspiel in Schwung gekommen, doch seit der Adventszeit treffen die Stürmer nicht mehr. Sechs Tore hat das Team in den letzten fünf Spielen nur noch zustande gebracht. Auch die Wiedervereinigung der Nordamerika-Linie – eine logische Massnahme – verfehlte die gewünschte Wirkung. Nolan machte zwar einen inspirierteren Eindruck als am Freitag im Davos, doch er kämpfte vor den Augen seiner Frau und seiner Kinder, die bis Ende Jahr zu Besuch in Zürich weilen, meist unglücklich. Mit einer Ausnahme: In der 46. Minute lenkte er einen Schuss Segers im Powerplay zum 1:0 an Manzato vorbei. Der Unmut des Publikums Hätten die ZSC Lions den minimalen Vorsprung über die Zeit gebracht, man hätte die perfekte Kontrolle des Gegners loben dürfen. Doch in der 52. Minute glich der grosse Lakers-Verteidiger Bucher nach einem fahrlässigen Puckverlust Geerings aus. Und auf den Rängen kam etwas Unmut auf. Zumal die Favoriten im Finish ein Powerplay ungenutzt verstreichen liessen. Dank Ambühls Siegestor durfte später aber Captain Seger feststellen, dass die eingeschlagene Route richtig sei: «Wir wollten aus einer stabilen Defensive heraus gewinnen. Das ist uns gelungen.» Natürlich seien zwei Punkte gemessen am Aufwand zu wenig. Aber der Sieg sei wichtig, um das verloren gegangene Selbstvertrauen zurückzugewinnen. Bengt-Ake Gustafsson machte einen erleichterten Eindruck und sagte, er sei froh, dass nun Pause sei. Er kündigte wieder eine harte Trainingswoche an und ist zuversichtlich, dass das Glück im Abschluss bald zurückkehrt. Am 21. und 23. Dezember bestreiten die ZSC Lions noch zwei Duelle gegen die Kloten Flyers. Dass dabei Geschenke ausgetauscht werden, ist nicht zu erwarten. Auch Lakers-Coach Christian Weber konnte mit dem Resultat leben. «Den Punkt nehme ich gerne», sagte er. «Wir waren viel besser als am Freitag gegen Servette.» Weber ärgerte sich allerdings über die kleinliche Regelauslegung der Schiedsrichter: «Ständig sass jemand auf der Strafbank, so konnte kein Spielfluss aufkommen.» Stöcklings neue Arbeitswelt Es sind hektische Tage bei den Lakers, bei denen am Freitag Reto Klaus entlassen wurde. Mit dem langjährigen Geschäftsführer, dem offenbar seine knorrige Art zum Verhängnis wurde, verliert der Klub mitten in der Saison viel Knowhow. Der Verwaltungsratsdelegierte Christian Stöckling, ein erfahrener Sanierer von Firmen, der nun die operative Leitung übernimmt, wird in den kommenden Wochen den Unterschied zwischen dem «normalen» Business und dem unberechenbaren Sportbusiness kennenlernen. Immerhin ist er sich bewusst, dass es nicht einfach wird. Diese Woche hätte er an der Universität Reutlingen zum Thema Turnaround-Management dozieren sollen. Seine erste Botschaft wäre gewesen: Es dauert immer länger und es ist immer schlimmer, als man meint. Das treffe wohl auch bei den Lakers zu, sagte Stöckling.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch