Zum Hauptinhalt springen

Wo Meister Leo und Lavater wirkten

Der eine war Reformator und anzüglicher Prediger, der andere Held der Frauen: Leo Jud und Johann Caspar Lavater waren die Superstars der St. Peter.

Der Auftritt der St.-Peter-Kirche, dem ältesten protestantischen Sakralbau nach der Reformation, hat aus jeder Perspektive etwas Mächtiges.
Der Auftritt der St.-Peter-Kirche, dem ältesten protestantischen Sakralbau nach der Reformation, hat aus jeder Perspektive etwas Mächtiges.
Urs Jaudas
Im Kirchenchor führt eine Falltüre zu den Mauerresten hinab. Touristen haben hier aber keinen Zutritt.
Im Kirchenchor führt eine Falltüre zu den Mauerresten hinab. Touristen haben hier aber keinen Zutritt.
Urs Jaudas
Hier hauste der letzte Turmwächter Hermann Esslinger. Er hielt ein Eichhörnchen und einen Star, der reden konnte.
Hier hauste der letzte Turmwächter Hermann Esslinger. Er hielt ein Eichhörnchen und einen Star, der reden konnte.
Urs Jaudas
1 / 20

Hätte es vor 500 Jahren bereits so etwas wie Rockstars auf der Kanzel gegeben, Leo Jud wäre bestimmt einer gewesen. Mit Hingabe soll er gepredigt haben, ­«geschmalzen und gesalzen» und am liebsten über die Liebe, ja gar von aufreizenden Predigten ist die Rede. Zudem scheute Leo Jud es nicht, seine Meinung zu sagen, auch wenn er damit aneckte. So zumindest berichtete es sein Sohn, und so hat es Chronist Peter Ziegler in seinem Buch über das Baudenkmal wiedergegeben. Meister Leo, wie er genannt wurde, war jedenfalls einer, der mit allen Tabus brach. Kaum hatte er, der Priester, seine Stelle in der St. Peter angetreten, schon wetterte er gegen die Bilder auf den Altären und wurde so zum Reformator. Dass er kurz darauf als erster Pfarrer der St. Peter heiratete, passt in Bild. Es war eine ehemalige Nonne aus Einsiedeln.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.