Zum Hauptinhalt springen

Narkose und Schmerzmittel

Schon vor 5000 Jahren hat man am Zürichsee Mohn angebaut: In Ausgrabungen jungsteinzeitlicher Seeufersiedlungen hat man verkohlte Mohnsamen gefunden. Es ist durchaus denkbar, dass die narkotisierende und schmerzstillende Wirkung des Mohn-Milchsafts schon damals bekannt war. «Möglicherweise hat man Mohnkapseln schon früh in Bier eingelegt und das Getränk als Narkosemittel gebraucht», sagt Gerhard Hotz vom Naturhistorischen Museum in Basel. «Wir vermuten, dass schon in der Steinzeit mit Narkose operiert wurde.» Wissenschaftlich bewiesen ist dies allerdings nicht, denn es besteht auch die Möglichkeit, dass der kalorien- und fettreiche Mohn damals lediglich als Nahrungspflanze angebaut worden ist.Wenn es darum geht, Vermutungen über in der Urzeit verwendete Heilmittel anzustellen, beziehen sich Wissenschaftler auch auf die Volksmedizin – das von einer Generation zur nächsten überlieferte Wissen über Heilmethoden: Verschiedenen Kräutern wird in der Volksmedizin eine schmerzstillende, desinfizierende oder blutstillende Wirkung zugesprochen. Salbei, Schafgarbe und Fünffingerkraut galten etwa als blutstillend. «Ebenso das beim Schaben am Schädel entstehende Knochenpulver», sagt Hotz. Als Schmerzmittel sind in der Volksmedizin beispielsweise die Tollkirsche, Kerbel oder das Bilsenkraut bekannt. Letzteres hat man in archäologischen Grabungen auch gefunden. Es dürfte also bereits früh verwendet worden sein. (bef)>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch