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Schmetterlinge als Klimaopfer

Entomologie Der Klimawandel bringt Europas Schmetterlinge in grosse Gefahr. Falls die Temperatur stark ansteigen sollte, verliert jede vierte Schmetterlingsart bis zum Jahr 2080 ihren Lebensraum. Zu diesem Schluss kommt der Klimaatlas der Tagfalter Europas, den das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig und der Naturschutzbund Deutschland am Mittwoch in Berlin vorstellten. Für die Studie wurden 300 europäische Tagfalterarten untersucht. Besonders bedroht wären aus Sicht des Helmholtz-Zentrums das Grosse Wiesenvögelchen und der Braunfleckige Perlmutterfalter. Beide Arten kommen auch in der Schweiz vor, sagt der Biologe Andreas Erhardt von der Universität Basel. In der Schweiz existieren rund 200 Tagfalterarten. Laut der deutschen Studie werden viele Schmetterlingsarten in Richtung Norden wandern, falls es deutlich wärmer wird. Im Falle eines Temperaturanstiegs um 4,1 Grad wird sich etwa ein Viertel der Arten einen neuen Lebensraum suchen müssen. Bei einem Temperaturanstieg von 2,4 Grad wären bloss 3 Prozent betroffen. Neben den Verlierern des Klimawandels gibt es laut Studienleiter Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum auch Gewinner. «Etwa 70 von 300 Arten könnten sich stärker ausbreiten», sagte der Wissenschaftler. Dabei handle es sich vor allem um Schmetterlinge aus südlichen Regionen Europas. Verlierer und Gewinner werde es wohl auch in der Schweiz geben, sagt Erhardt. Gerade in den Alpen könnten viele Schmetterlinge Probleme bekommen: Wegen der Temperaturerhöhung verlören sie ihren angestammten Lebensraum. In höhere Lagen ausweichen könnten sie aber nicht, weil es zu lange dauere, bis die Pflanzen nachrückten, auf die sie angewiesen seien. Schmetterlinge sind ein guter ökologischer Indikator: «Wie es Tagfalter trifft, gibt uns gute Anhaltspunkte darüber, wie auch viele andere Insekten reagieren dürften», sagte Josef Settele. Die diversen Insektenarten machen laut dem Wissenschaftler zwei Drittel der Artenvielfalt aus. Für die Landwirtschaft sind sie unverzichtbar. (sda)>

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