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Weniger Rendite

«Mehr Kapital, mehr Regulierung, weniger Rendite» – dies sind gemäss Odier die negativen Folgen der Finanzkrise.

Am Donnerstag erst zum Präsidenten der Schweizerischen Bankiervereinigung gekürt, schlüpfte Patrick Odier gestern wieder in seine hauptberufliche Funktion: Als Teilhaber von Lombard Odier Darier Hentsch eröffnete er den Investorentag der Genfer Privatbank in Zürich – und dies mit einer wenig ermutigenden Botschaft an die Adressaten. Die Investoren müssten sich künftig mit einer geringeren Rendite bei Banken zufriedengeben, sagte Odier. Im Geschäft mit Kleinkunden (Retail-Banking) würden statt der bisherigen 15 Prozent im Durchschnitt nur noch schätzungsweise 10 Prozent erzielt. Mit geschmälerten Renditen müssten im Übrigen auch die Erst- und Rückversicherer leben.Regulatorischer ZugzwangNach Überzeugung von Odier gerät die Finanzbranche in verschiedener Hinsicht unter regulatorischen Zugzwang. Dabei nannte er zum einen Vorgaben zur Stärkung der Bilanz, einschliesslich eines verbindlichen Zeitrahmens, in dem Massnahmen umzusetzen sind. Zum andern verwies der Privatbankier auf ausserbilanzielle Bestrebungen der Regulatoren, wie zum Beispiel die Einrichtung zentraler Handelsplattformen für Derivate. Auf diesem Feld hatte Nationalbank-Vizepräsident Philipp Hildebrand erst kürzlich einen «dringenden Handlungsbedarf» angemahnt.Als dritten Punkt erwähnte Odier neue internationale Richtlinien für die Rechnungslegung, die mit höheren Anforderungen an die Berichterstattung der Banken verbunden seien. Von den regulatorischen Pressionen abgesehen, müssten sich die Banken auf weitere Verluste gefasst machen. Sie könnten laut Odier von Kreditausfällen bei Haushalten und Unternehmen herrühren. Das Zusammenwirken all dieser Faktoren brachte der Genfer Privatbankier für seine Branche auf die Kurzformel «Mehr Kapital, mehr Regulierung, weniger Rendite».Vorteil für Schweizer BankenDen Schweizer Banken hielt Odier zugute, sie seien in einer besseren Verfassung als die Konkurrenzinstitute in der EU und den USA. Für die heimischen Akteure sprächen ihr günstigeres Verhältnis zwischen Kundeneinlagen und Kreditausleihungen sowie der Umstand, dass sich auf ihrem Heimmarkt keine Immobilienblase gebildet habe. Aus Odiers Sicht konnte der Finanzplatz Schweiz seine internationale Stellung seit Ausbruch der Finanzkrise verbessern. In seiner Hitparade der weltweit bedeutendsten Finanzplätze figurieren Zürich und Genf auf den Rängen fünf und sechs – hinter Spitzenreiter London sowie New York, Singapur und Hongkong.>

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