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Sony-Chef Stringer zieht den Stecker

Japan Sony sieht rot: Konzernchef Sir Howard Stringer hat gestern in Tokio vorzeitig die Jahresprognose zusammengestrichen. Der zweitgrösste Elektronikhersteller der Welt rechnet nun für das Ende März zu Ende gehende Geschäftsjahr mit einem operativen Verlust von 3,5 Mrd Franken. Die Hardware-Sparte Elektronik zieht Sony so weit nach unten, dass statt der ursprünglich angepeilten 3 Mrd Franken Gewinn ein Fehlbetrag in etwa gleicher Grösse anfällt. Erstmals seit 14 Jahren schreibt der zweitgrösste Hersteller von Unterhaltungselektronik rote Zahlen. Der walisisch-amerikanische Chef zieht nun gegen den erklärten Widerstand des japanischen Top-Managements den Stecker. Die Produktion von zwei Fabriken in der zentraljapanischen Aichi-Prefektur wird zusammengelegt, um Überkapazitäten einzusparen. Dadurch erhalten bis zu 2000 Mitarbeiter die Kündigung oder werden in den vorzeitigen Ruhestand gedrängt. Flachbildgeräte nicht profitabel«Sony hat gar keine andere Wahl, als zurückzudrehen, die Kosten zu senken und Überproduktion abzubauen», sagt Naoki Fujiwara von der Vermögensverwaltung Shinkin Asset Management in Tokio. Vor allem das Geschäft mit TV-Flachbildgeräten bleibe auf absehbare Zeit unprofitabel, weil in diesem Bereich die Kostenkontrolle fast schon schlampig genannt werden müsse. Die von Springer verkündete Kurskorrektur löste in Japan einen Aufschrei aus. Erstmals entlässt Sony jetzt nicht nur Saisonkräfte, wie es Toyota oder Honda bereits getan haben. Auf die Strasse gesetzt werden nun auch fest angestellte Mitarbeiter, was in Japan immer noch als Sakrileg gilt. Unter den Mitarbeitern kursieren Mails, die den vorzugsweise von New York aus operierenden Stringer beschuldigen, nur ein «Kostenkiller» zu sein. «Einerseits wird von uns gefordert, Hightechprodukte auf globalem Spitzenniveau zu produzieren, aber eigentlich sollen wir nichts anderes tun, als ja kein Geld auszugeben», wird in einer intern verbreiteten Mitteilung geklagt. Offenbar sieht Stringer keinen andern Ausweg. Die Produktion von Blueray-Geräten und -Discs, wo Sony eine globale Führungsposition besitzt, wurde bereits nach China ausgelagert. Schon im Dezember hatte er angekündigt, in Japan 5 bis 6 Fabriken zu schliessen und 16000 Arbeitsplätze zu streichen. Davon verspricht sich Stringer eine Kosteneinsparung von jährlich rund 1,3 Mrd Franken. (akt)>

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