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Schweiz mit Aufholpotenzial

Wenn sich die Schweiz an den besten Ländern Europas orientiert, kann sie ihren Telekommunikationsmarkt stärken: Das ist das Fazit einer von Sunrise in Auftrag gegebenen Studie.

Der Schweizer Telekommunikationsmarkt wird von der Swisscom dominiert und die Preise sind hoch: Das ist das gängige Klischee. Die Dominanz der Swisscom stimmt immer noch. Aber die Preise sind in vielen Bereichen deutlich gesunken. Zum Teil liegen sie heute auf dem Durchschnittsniveau der EU oder sogar darunter.Trotzdem besteht noch Verbesserungspotenzial. Die Berner Informatik-Marktforschungsfirma Sieber & Partner hat im Auftrag von Sunrise nach Ländern gesucht, welche es besser machen als die Schweiz. Das Fazit: Es gibt kein Land, das überall besser ist. Aber es gibt Teilbereiche, in welchen sich die Schweiz andere zum Vorbild nehmen kann. Untersucht wurden Belgien, Italien, die Niederlande und Dänemark. Die Untersuchung ist auf den Festnetzmarkt und insbesondere auf das Breitbandinternet fokussiert.Nicht als Vorbild in Frage kommt Belgien. Der Wettbewerb ist relativ bescheiden und die Preise für die Endnutzer sind hoch. Die ehemalige Monopolistin Belgacom verlangte bis 2007 von ihren Mitbewerbern hohe Preise für die Mitbenutzung ihrer Netze. Inzwischen hat sie das System umgestellt. Aber es dauert wohl noch einige Zeit, bis die Umstellung voll auf den Markt durchschlagen wird. Immerhin haben heute 25 Prozent der Einwohner einen Breitband-Internetanschluss. In der Schweiz sind es mit 30 Prozent aber mehr.Italien hat sehr tiefe Preise für die Entbündelung der letzten Meile. Die Telecom Italia berechnet den Entbündelungspreis aufgrund der historischen Kosten für das Zugangsnetz (letzte Meile) und der aktuellen Kosten für das Transportnetz. In der Schweiz werden die Kosten dagegen nach der LRIC-Methode berechnet: Dabei wird nachgebildet, was ein neuer Anbieter heute zahlen würde, wenn er das Netz neu erstellen müsste. Wegen der tiefen Entbündelungskosten ist die Konkurrenz mit insgesamt 35 alternativen Anbietern sehr hoch. Trotz den tiefen Preisen haben aber erst 17 Prozent der Einwohner einen Breitbandanschluss. Eine Erklärung könnte sein, dass sich viele Italiener mit den weit verbreiteten ISDN-Leitungen zufrieden geben.In den Niederlande n zahlen die Kunden die höchsten Monatsgebühren für den Breitbandanschluss. Trotzdem nutzen 36 Prozent Breitband-Internet. Die höchste Breitbandurchdringung in Europa hat Dänemark mit rund 36 Prozent. Dänemark berechnet den Preis für die Entbündelung mit derselben LRIC-Methode wie die Schweiz. Italien und DänemarkNach Meinung der Studienverfasser sollte sich die Schweiz folgende Länder zum Vorbild nehmen:Italien wegen der tiefen Preise und der grossen Zahl von Anbietern.Dänemark wegen des grossen Anteils von Breitbandanschlüssen.Die Studie beruht auf Daten aus dem Jahr 2007. Seither hat sich in der Schweiz einiges getan. Die Entbündelung der letzten Meile ist in Kraft. Sunrise und andere haben die besten Angebote gestartet. Ein Fazit, wie erfolgreich die Entbündelung ist, wird man erst in ein bis zwei Jahren ziehen können. Tiefere Preise in SichtNoch nicht umgesetzt ist der Bitstream-Access: Dabei mieten Sunrise und andere alternative Anbieter das Breitbandangebot der Swisscom und verkaufen es ihren Kunden weiter. Sie müssen dazu keine eigene Infrastruktur anbieten. Diese Möglichkeit gibt es schon heute. Bisher konnte die Swisscom aber den Preis frei bestimmen. Künftig kann der Preis bei der Kommunikationskommission (Comcom) angefochten werden. Die Swisscom hat die Regulierung des Bitstream-Access angefochten, ist damit aber vor Bundesverwaltungsgericht unterlegen. Sie hat versprochen, ihren Konkurrenten entsprechende Mietangebote bis Mitte Jahr zu unterbreiten. Die Preise für Breitband-Internet dürften dadurch in der Schweiz sinken.Die Studie Sieber & Partner: Auf dem Weg zu einem wettbewerbsfähigen Schweizer Telekommunikationsmarkt. Bern März 2009. >

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