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Preis für die Achse Emmental–Saigon

Der Unternehmerpreis Espace Mittelland geht dieses Jahr an die Jakob AG aus Trubschachen. Das Unternehmen begann vor über 100 Jahren mit Hanfseilen und produziert heute im Emmental und in Vietnam Stahlseile für die ganze Welt.

Hans-Ulrich Müller, Swiss-Venture-Club-Präsident, applaudiert dem Preisträger Peter Jakob. (M. Bieri)
Hans-Ulrich Müller, Swiss-Venture-Club-Präsident, applaudiert dem Preisträger Peter Jakob. (M. Bieri)

Welches ist der beste Wirtschaftsstandort in Europa? Die Antwort gab Preisträger Peter Jakob gestern Abend gleich selber: das Emmental! «Der Erfolg eines Unternehmens sind die Menschen», sagte er. Und jene Arbeitnehmer aus dem Emmental seien besonders engagiert – und sie «rufen nicht gleich aus, wenn sie mal etwas mehr leisten müssen».Seit ihrer Gründung 1904 hat die Jakob AG ihren Sitz in Trubschachen im Emmental. Zuerst produzierte sie Hanfseile und ähnliche Produkte, stellte aber vor rund 20 Jahren auf Stahlseile und -netze um und begann, diese international zu vertreiben. Der heutige Firmeninhaber und Chef in dritter Familiengeneration, Peter Jakob, hat nun vom Swiss Venture Club den Unternehmerpreis für das Espace Mittelland erhalten. Jakob habe traditionelles Emmentaler Handwerk mit der heutigen Architektur verbunden und investiere viel in seine Mitarbeiter, wie der Präsident der 16-köpfigen Jury, Daniel Kusio, gestern vor den knapp 2000 Zuhörern in der Berner BEA sagte. Kusio wies auch auf das innovative Engagement der Jakob AG im vietnamesischen Saigon (heute Ho-Chi-Minh-Stadt) hin. Dort hat das Unternehmen einen Produktionsbetrieb aufgebaut. «Man befürchtete zuerst, da gehe etwas verloren», erzählte Jakob gestern im Gespräch mit Moderator Stefan Klapproth, «doch dem war nicht so».Auftrag von Zoo in Buenos AiresHeute verkauft die Jakob AG ihre Seile und Netze in 40 Länder – dies macht die Hälfte des Jahresumsatzes von 30 Millionen Franken aus. Unlängst wurden beispielsweise 6500 Quadratmeter Stahlnetz in einen Zoo in Buenos Aires geliefert – Montage durch Jakob-Mitarbeiter inklusive. Doch auch im Berner Dählhölzli sind Netze von Jakob im Einsatz – und auch das Auffangnetz an der Münsterplattform, das Suizide verhindern soll, ist ein Produkt der Emmentaler – notabene gefertigt in Vietnam. Mittlerweile sei sogar an der Golden Gate Bridge bei San Francisco ein solches Netz angebracht, sagte Jakob.Daneben stellt das Unternehmen Stahlseile für Bergbahnen und für den Bau her, aber auch Ketten, Faserseile, Gurten und Schutznetze. Im Emmental beschäftigt die Jakob AG 63 Angestellte, in Deutschland, Frankreich und den USA jeweils 3 bis 5 Verkäufer und im Werk in Vietnam 130 Personen. Bei der Expansion in die weite Welt «haben wir schrecklich viel gelernt und schrecklich viele Fehler gemacht», sagte Peter Jakob gestern. Anscheinend hat das Gelernte überwogen.

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