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Loeb setzt auf starke Mieter

Operativ hat die Loeb-Gruppe mit einer schwarzen Null abgeschlossen. Nicht realisierte Kursverluste führten zu roten Zahlen unter dem Strich. Das Warenhaus setzt auf das Shop-in-Shop-Konzept: 2008 nahm die Zahl der Mieter stark zu.

Der Totalumbau des Loeb-Flaggschiffs an der Spitalgasse in Bern, finanziert mit Eigenmitteln von rund 60 Mio Franken, hat die Verkaufstäitgkeiten auch 2008 nochmals beeinträchtigt. Die Umsatzeinbusse von 6,6 Mio Franken stammt zu 4,6 Mio von der Loeb AG und zu 2 Mio vom Musikhaus Krompholz, das ebenfalls umgebaut wurde und seit November neu als «Kulturhaus Krompholz-Orell Füssli» auftritt. Der Gruppenumsatz von 111,4 Mio wurde zu 51 Prozent im anteilsmässig weiter gestiegenen Textilbereich erwirtschaftet. Das Musikgeschäft steuerte knapp 11 Prozent bei.38 Prozent der Fläche vermietetImmer wichtiger wird bei Loeb das Geschäft mit den Mietern: «Wir haben zahlreiche neue Verträge abgeschlossen», sagte gestern Nicole Loeb, die Delegierte des Verwaltungsrates, an der Jahresmedienkonferenz in Bern (vgl. Liste unten). Der Anteil der vermieteten Fläche stieg von 35 auf 38 Prozent, der von den Mietern erwirtschaftete Umsatz nahm um 6,9 Prozent auf 79,5 Mio Franken zu. Grösster Neumieter ist der Marionnaud-Konzern, der im Berner Loeb nun die gesamte Parfümerie-Abteilung führt. Dieser Ausbau entspreche der stark auf das Shop-in-Shop-Konzept ausgerichteten Strategie von Loeb. Die Firmen brächten viel branchenspezifisches Wissen ein. Der Mix von Eigenbewirtschaftung und Partnerschaften verstärke die Sortimentskompetenz und die Effizienz im Warenhaus, so Nicole Loeb. Nicht zuletzt fliessen in diesem Bereich auch Mieterträge. Diese nahmen im letzten Jahr wegen der Flächenausweitung um 0,9 auf 9,4 Mio Franken zu. 98 Prozent aller Mieten seien an den Umsatz gebunden, sagte Loeb-Finanzchef François Manach. In den meisten Fällen werde heute als Folge der Konjunkturabschwächung nur die Mindestmiete geschuldet.Nach der Schliessung der Filiale im freiburgischen Avry-Centre per Ende 2009 wird Loeb im Warenhausbereich nur noch in Bern, Biel und Thun präsent sein. Gleichzeitig lagert die Gruppe nicht zum Kerngeschäft zählende Tätigkeiten aus: Im November wurde die Informatik an die Firma in4U AG in Lyss übertragen, für 2010 ist die Auslagerung der gesamten Logistik an die Fiege Logistik (Schweiz) AG geplant.Weitere Korrekturen möglichDas Minus von 3,5 Mio Franken auf Gruppenstufe ist die Folge von nicht realisierten Kursverlusten von 3,7 Mio auf dem laut Finanzchef Manach konservativ angelegten Wertschriftenportefeuille (62 Prozent Schweizer Anleihen, 20 Prozent Schweizer Aktien). Das Portefeuille reduzierte sich um 2,9 Mio auf 23,2 Mio Franken. Risiken seien auch im laufenden Jahr vorhanden, sagte Manach. Erfreulich für die Mitarbeitenden sei die Entwicklung bei der Loeb-Pensionskasse, sagte er weiter. Diese habe per Ende 2008 einen Deckungsgrad von 109 Prozent ausgewiesen.Umsatz- und Ertragsprognosen für 2009 gibt es – wie bei fast allen Unternehmen – auch bei Loeb nicht. Die Marktentwicklung sei zu unsicher, hiess es gestern. Auf der positiven Seite vermerkte der Finanzchef, dass die Kosten für die Schliessungen (Avry-Centre und Logistikzentrum Bern) bereits zurückgestellt seien. Zudem kehre Loeb bei den Investitionen zur Normalität zurück, konkret zu jährlich wiederkehrenden Ausgaben von 3 bis 4 Mio Franken. Wichtig sei auch, dass Loeb – ausser langfristigen Bankhypotheken von 30 Mio Franken – keine Schulden aufweise. Verwaltungsratspräsident Peter Everts sieht zwei Fragezeichen: die Konjunkturentwicklung und die Konsumentenstimmung im zweiten Halbjahr. Bis heute liege Loeb zwar «über Vorjahr», aber eine Umkehr sei nicht auszuschliessen. Ein Personalabbau sei jedoch kein Thema. Im Warenhaus Bern sei bisher keine Zurückhaltung seitens der Konsumenten spürbar, sagte Nicole Loeb. Anders sei es in der eher vom Geschäftsgang in der Industrie abhängigen Stadt Biel, wo zudem mit Manor noch ein weitere Konkurrent ein Warenhaus eröffnet habe.>

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