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Konsumlust wächst leicht

Die Konsumentenstimmung hat sich in der Schweiz trotz Krise nicht weiter verschlechtert. Erstmals seit vier Quartalen ist der Index im Januar sogar leicht gestiegen. Die steigende Arbeitslosigkeit könnte aber die Stimmung drücken.

Der Index der Konsumentenstimmung betrug im Januar minus 23 Punkte, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mitteilte. Bei der Oktober-Umfrage hatte er noch bei minus 27 Punkten gelegen. Die befragten 1100 Schweizer Haushalte beurteilten vor allem ihre finanzielle Lage optimistischer als bei der letzten Erhebung im Oktober. So verbesserte sich die Einschätzung für das vergangene Jahr klar von minus 15 auf minus 7 Punkte. Auch die Beurteilung der zukünftigen finanziellen Lage fiel mit einem Anstieg von minus 9 auf plus 3 Punkte positiver aus. Einzig der Index der allgemeinen Wirtschaftslage in den vergangenen zwölf Monaten büsste etwas ein. Er sank von minus 57 auf minus 64 Punkte. Das relativ gute Ergebnis hat die Fachleute des Seco überrascht. Man hätte eine weitere Verschlechterung der Konsumentenstimmung erwarten können, nachdem der Index in früheren Rezessionen schon auf bis minus 40 gesunken sei, sagte Seco-Ökonom Bruno Parnisari. Das Niveau sei momentan verglichen mit anderen Ländern und auch der eigenen Geschichte nicht allzu tief. Über die Gründe der Stabilisierung konnte Parnisari nur spekulieren. Möglicherweise habe die Ankündigung von Massnahmen zur Konjunkturstützung in der Schweiz und anderen Staaten eine Rolle gespielt, insbesondere das Hilfspaket für die UBS. Auch die tieferen Erdölpreise könnten einen Einfluss gehabt haben. Lohnerhöhungen als ein GrundWichtig für die Konsumentenstimmung ist laut Parnisari die Situation auf dem Arbeitsmarkt, auf den die schwächere Konjunktur bis Ende 2008 noch nicht so stark durchgeschlagen hat. Dieser Umstand und auch gute Lohnabschlüsse hätten sich möglicherweise noch positiv ausgewirkt. Die Einschätzung zur Sicherheit der Arbeitsplätze war aber deutlich pessimistischer als in der Oktober-Umfrage. Wenn die Krise sich nun auch stärker auf dem Arbeitsmarkt niederschlägt, dürfte das laut Parnisari auch bei der Konsumentenstimmung Spuren hinterlassen. Von den übrigen Indikatoren, die nicht in die Berechnung des Gesamtindex einfliessen, fällt laut Seco vor allem die zuversichtlichere Einstellung für grössere Anschaffungen auf. Auch die allgemeine Wirtschaftslage in den kommenden zwölf Monaten sowie die eigenen Sparmöglichkeiten wurden leicht positiver beurteilt. Im Oktober eher zu schlechtMöglicherweise hätten die Konsumenten bei der Befragung im Oktober «zu stark auf schlechte Nachrichten aus der Wirtschaft reagiert», sagte Martin Straub von der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich. Die «bad news» seien jetzt verarbeitet. (ap/sda) >

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