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Investieren in Kaffee, Mais und Co.

Vieles deutet darauf hin, dass sich Nahrungsmittel langfristig verteuern werden. Von diesem Megatrend können auch Privatanleger profitieren.Die Weltbevölkerung dürfte bis 2025 von heute 6,8 auf rund 8 Milliarden Menschen zunehmen. Und im Jahr 2050 werden gemäss Prognosen der Uno gar 9,1 Milliarden Menschen die Erde bevölkern. Das entspricht einer Zunahme um 2,3 Milliarden Menschen oder fast um die heutigen Einwohnerzahlen von China und Indien zusammen. Aber die globale Bevölkerung wächst nicht nur, in vielen Weltregionen steigt auch ihre Kaufkraft. Hunderte von Millionen Menschen in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern Asiens, Europas und Südamerikas können es sich erstmals leisten, regelmässig Fleisch zu kaufen. Der steigende Fleischverzehr geht einher mit einer erhöhten Nachfrage nach Futtergetreide. Für die Produktion von einem Kilo Rindfleisch benötigt man sieben Kilo Getreide.Ein weiterer Faktor für die zunehmende Nachfrage nach Agrarprodukten ist deren Verwendung als Biotreibstoffe. Für die Herstellung von Biotreibstoffen wurden beispielsweise in Brasilien in den vergangenen Jahren riesige Anbauflächen zweckentfremdet, was bis Mitte 2008 kräftig zum Preisanstieg beitrug.Nachfrage steigt, Angebot sinktDiese zunehmende Nachfrage trifft auf ein abnehmendes Angebot. Vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern sinken die bebaubaren Ackerflächen als Folge des Städtebaus. Auch die vermehrte Wasserknappheit in vielen Teilen der Erde und die Folgen der Klimaänderung sorgen für geringere Erträge. Die weltweite Anbaufläche sinkt gemäss verschiedenen Prognosen zwischen 2000 und 2020 um rund ein Viertel pro Kopf.Diese Entwicklungen haben langfristig steigende Preise zur Folge. Und sie erfordern eine deutlich höhere Produktivität. Von Saatgut-, Düngemittel- und Pestizidherstellern, aber auch von Produzenten von Bewässerungsanlagen und Maschinen sind innovative Lösungen gefragt.Kurzfristige SchwankungenAuch Privatanleger können von diesem Megatrend profitieren. Als Anleger muss man sich allerdings der Langfristigkeit dieser Entwicklung bewusst sein. Kurzfristig können die Preise von Soft Commodities stark schwanken. Der Weizenpreis beispielsweise ist seit Mitte Jahr wegen der guten Wetterbedingungen in der nördlichen Hemisphäre um rund 30 Prozent eingebrochen. Die Zuckerpreise hingegen haben wegen Ernteausfällen in den letzten Monaten ein 28-Jahre-Hoch erreicht. In Indien lassen eine Trockenheit und in Brasilien starke Regenfälle die Ernten geringer ausfallen. Die kurzfristigen Preistrends sind von Nachfrage und Angebotsschocks abhängig. Staatliche Eingriffe grosser Agrarländer oder wetterbedingte Ernteeinbussen lassen die Preise der sogenannten Soft Commodities stark schwanken. Der Klimawandel dürfte zu dieser Entwicklung beitragen. Die Wetterbedingungen und -prognosen sind vor allem in der südlichen Hemisphäre in diesem Jahr wenig vorteilhaft. Starke Regenfälle in Kolumbien und Brasilien haben in den vergangenen Monaten zu schlechten Kaffeeernten geführt und die Kaffeepreise gestützt. Zudem halten Experten zu Jahresbeginn ein Auftreten des Phänomens El Niño für wahrscheinlich, was weitere Ernteausfälle zur Folge haben dürfte. Ein weiterer Einflussfaktor ist der Dollar. Da die meisten Rohstoffe in Dollar gehandelt werden, führt ein schwacher Dollar in der Regel zu einer höheren Nachfrage.Anlegen mit AktienfondsFür Privatanleger eignen sich unter anderem Aktienfonds zur Anlage. Einzelne Fonds investieren mehrheitlich in Unternehmen im Anbau sowie in Zulieferer wie Landmaschinen- und Pestizidhersteller. Diese Unternehmen profitieren von höheren Agrarrohstoffpreisen. Höhere Preise haben zusätzliche Investitionen im Landwirtschaftssektor zur Folge, die Nachfrage nach ihren Produkten steigt.Man kann aber auch einen Fonds wählen, der entlang der gesamten Wertschöpfungskette investiert. Er berücksichtigt auch Unternehmen, die im Vertrieb der Produkte tätig sind wie Restaurantketten und Einzelhändler. Sie profitieren bei tiefen Rohstoffpreisen von einer höheren Marge.EFT und ECTNeben solch aktiv gemanagten Fonds steht auch eine immer grössere Anzahl Exchange Traded Funds (ETF) zur Wahl. ETF bilden einen Index nach, sind über die Börse jederzeit handelbar und kennen kein Gegenparteienrisiko. Auch ETF erlauben die Investition in Unternehmen, die von der steigenden Nachfrage profitieren.Seit einigen Jahren sind jetzt auch Exchange Traded Commodities (ETC) auf dem Markt. Investoren können damit schnell, günstig und transparent in Rohstoffe investieren. Wie bei Aktien können auch beim Handel mit ETC Market-, Limit- und Stop-Loss-Orders aufgegeben werden. ETC sind ähnlich ausgestaltet wie börsengehandelte Indexfonds ETF. Sie haben im Unterschied zu Fonds aber ein Emittentenrisiko.>

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