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Grübels rechte Hand

UBS Der neue UBS-Chef Oswald Grübel holt sich einen Kollegen aus alten Credit-Suisse-Zeiten ins Boot. Ulrich Körner (47) wird per sofort «operativer Konzernchef» der UBS, wie die Bank gestern mitteilte. Der Begriff «operativer Konzernchef» verwirrt allerdings mehr, als er aufklärt: Denn der Konzernchef ist an sich schon für das operative Geschäft zuständig – als Gegenpart zum Verwaltungsrat, welcher für die Strategie verantwortlich ist und die Konzernleitung beaufsichtigt. Häufig ist mit dem Begriff «operativer Chef» eine Art Vizechef gemeint. Ein UBS-Sprecher sprach gestern lieber von der «rechten Hand» des Konzernchefs.Körner wird verantwortlich für diverse Stabsfunktionen in der Bank (wie Informatik, Personal, Einkauf und Immobilien) und ersetzt in dieser Funktion Walter Stürzinger. Stürzinger tritt aus der Konzernleitung aus, bleibt aber vorläufig in der Bank.Zentralisierung von Funktionen und damit verbundene Kosteneinsparungen dürften laut Analysten zu Körners Aufgaben gehören. Nicht nur sein Titel, sondern auch seine Kompetenzen gehen weiter als bei seinem Vorgänger. Körner sitzt auch im fünfköpfigen Exekutivausschuss der Konzernleitung. In diesem Ausschuss – einer Art Kontrollorgan der Hauptgeschäftssparten und auch zuständig für die Kapitalzuweisung an die einzelnen Sparten – sitzen neben dem Konzernchef und neu Körner auch der Finanzchef, der Risikochef und der Chefjurist. Die gesamte Konzernleitung, in der auch die Geschäftssparten vertreten sind, umfasst 13Personen.Körners Ernennung als «operativer Konzernchef» ruft nach der Frage, ob Grübel ihn auch als Kronprinzen sieht, der nach dem Abgang des Konzernchefs in vielleicht zwei oder drei Jahren ganz an die Spitze gelangen könnte. Eine offizielle Antwort dazu gibt es nicht. Auch Mutmassungen darüber können nur wacklig sein: In zwei bis drei Jahren kann noch viel passieren.Zwischen UBS und CSKörner ist deutsch-schweizerischer Doppelbürger, ehemaliger McKinsey-Berater und arbeitete von 1994 bis 2008 bei der Credit Suisse, zuletzt als Chef des Schweizer Geschäfts. Körner verliess die CS im August 2008, als ihm Hans-Ulrich Meister als neuer Schweiz-Chef vor die Nase gesetzt wurde. Die Ironie der Geschichte: Meister kam von der UBS. Wechsel auf oberer Management-Ebene zwischen UBS und Credit Suisse waren in der Vergangenheit eher unüblich. Konkurrenzverbotsklauseln lassen nahtlose Wechsel typischerweise auch nicht zu. Bei Körner waren allfällige Klauseln aber so weit beschränkt, dass er nur sechs Monate nach seinem Austritt aus der CS bei der UBS einsteigen kann. (hs)>

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