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«Giftmülldeponie sondergleichen»

Der abrupt zurücktretende Swiss-Re-Konzernchef Jacques Aigrain hat von Finanzanalysten schlechte Noten bekommen. Seine Ablösung durch den Deutschen Stefan Lippe löse aber die Probleme des Rückversicherers nicht, hiess es in verschiedenen Kommentaren mit klaren Seitenhieben auf den Swiss-Re-Verwaltungsrat. Aigrain hinterlasse «eine Giftmülldeponie sondergleichen», schrieben Marco Schwender und Martin Koch von der St. Galler Privatbank Wegelin. Die toxischen Papiere in den Swiss-Re-Büchern hätten den jüngsten Kurssturz der Swiss-Re-Aktien ausgelöst. Das Papier schlug seit Anfang Jahr um bis zu 62 Prozent ab. Der Konzernchef allein könne aber kein solches Desaster anrichten. Es gebe «Mitverantwortliche in Hülle und Fülle», und mit der Stabübergabe allein seien die «Sondermüllhalden» nicht weggeräumt. Auch laut Georg Marti von der Zürcher Kantonalbank sind mit dem Chefwechsel die Probleme der Swiss Re noch nicht gelöst: «Die Risikoexponierung (. . .) ist weiterhin erheblich.» Er schätzt diese auf 64,5 Mrd Franken durch strukturierte Produkte sowie Verpflichtungen im CDS- und im Finanzgarantiegeschäft – bei Eigenmitteln des Konzerns von knapp 20 Mrd Franken. «Der Markt hat Vertrauen in Swiss Re verloren», schrieb Stefan Schürmann von der Bank Vontobel. Er führt Aigrains Rücktritt auf die jüngste Kursschwäche der Swiss-Re-Aktie zurück. Der Normalisierungsprozess werde lange dauern, und bis dahin dürfte der Aktienkurs der Swiss Re sehr unbeständig bleiben. Gestern zeigten sich die Anleger vom Chefwechsel begeistert. Der Kurs der Swiss-Re-Aktie stieg auf Fr. 19.89 – das ist eine Zunahme um 5 Prozent. (ap) >

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