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Finanzkrise – wie weiter?

Kürzlich hat in den USA das National Bureau of Economic Research erklärt, dass sich die US-Wirtschaft seit Dezember 2007 in einer Rezession befindet. Auch weltweit hat sich die Lage wegen der Finanzkrise markant verschlechtert. So sank das Bruttoinlandprodukt in der Euro-Zone bereits im 2. Quartal 2008. Auf dem internationalen Parkett folgt ein Krisengipfel dem anderen, und verschiedene Regierungen sichern umfangreiche Konjunkturprogramme und staatliche Mittel für strauchelnde Industrien zu. In der Schweiz hat sich das weltwirtschaftliche Umfeld in den letzten Monaten deutlich verschlechtert. Die Nationalbank erwartet für nächstes Jahr ein negatives BIP-Wachstum. Am Donnerstag senkte die SNB das Zielband für den Franken-Dreimonatslibor um 50 Basispunkte auf 0,0 bis 1,0 Prozent. Wie geht es weiter? Ein Blick auf vergangene Krisen lässt Unterschiede klar werden.Weltwirtschaftskrise 1929Die sogenannten Goldenen Zwanzigerjahre wurden durch die Weltwirtschaftskrise von 1929 abrupt beendet. Von 1929 bis 1932 sanken die Aktienkurse um etwa 80 Prozent. Weltweit herrschte eine grosse Arbeitslosigkeit. Zeitweilig wurde jeder vierte Arbeitnehmer in den USA arbeitslos. Grosse Teile der Bevölkerung verarmten und mussten Hunger leiden, weil soziale Einrichtungen weitgehend fehlten. Eine weltweite Zunahme des Protektionismus und eine Reduzierung der Geldmenge verschärften die Krise zusätzlich. Erst ab 1933 wurde unter Präsident Roosevelt der sogenannte New Deal in Form von wachstumsfördernden öffentlichen Investitionen eingeführt.Japan – das verlorene Jahrzehnt 1985 wurde durch die führenden Industrienationen im Plaza-Abkommen eine Abwertung des US-Dollars vereinbart. Insbesondere der japanische Yen sollte sich gegenüber der US-Währung innerhalb von zwei Jahren um 100 Prozent aufwerten. Dies führte zu einer riesigen spekulativen Blase am japanischen Immobilien- und Aktienmarkt. Gleichzeitig stiegen die übrigen Preise markant an. Schliesslich platzte die «Bubble», und die Preise an den Immobilien- und Aktienmärkten brachen ein. Die japanischen Konsumenten waren nicht mehr bereit, die überhöhten Preise zu zahlen. Ausgaben wurden stetig hinausgeschoben, in der Erwartung, später billiger einkaufen zu können. Es folgten schmerzhafte Jahre mit unterdurchschnittlichem Wachstum und Deflation. In Japan spricht man vom «verlorenen Jahrzehnt».Rasche ZinssenkungenIn der jetzigen Krise zeigt sich, dass aus den damaligen Fehlern Lehren gezogen wurden. Diesmal haben die Notenbanken weltweit die Zinsen sehr rasch gesenkt. Im Gegensatz zur Weltwirtschaftskrise wurden wichtige Finanzinstitute vor dem Konkurs bewahrt, und protektionistische Reaktionen sind bisher ausgeblieben. Heute ist ein Preisrückgang vor allem bei den Rohstoffen zu beobachten, während die Löhne im 2009 vielerorts noch steigen werden. Entscheidend ist, gar nicht erst in den Strudel einer Deflation zu kommen, weil die Instrumente zur Bekämpfung nachhaltig negativer Teuerungsraten kaum praxiserprobt sind. Verlierer, aber auch GewinnerDie Lage an den internationalen Finanzmärkten hat sich seit September 2008 nochmals verschlechtert. Mit Verlusten von bis zu 50 Prozent im 2008 nehmen die Aktienmärkte jedoch mindestens eine schwere Rezession vorweg. In diesem Umfeld sind sehr schnelle und heftige Bärenmarkt-Rallys nicht aussergewöhnlich. So ist der Dow Jones zwischen November 1929 und April 1930 um 49 Prozent gestiegen. Insbesondere langfristig eröffnen sich aber Chancen.In einer Rezession gibt es immer Verlierer, aber auch Gewinner. Wir empfehlen deshalb Titel von defensiven, nicht allzu konjunktursensitiven Unternehmen mit einer soliden Bilanz. Wir halten in unseren Vermögensverwaltungsmandaten unter anderem Titel wie Roche, Novartis, Swisscom und Microsoft.>

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