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Fiat streicht Dividende

Der Fiat-Konzern rechnet für 2009 mit einem Rückgang der Verkäufe um 20 Prozent und einem Einbruch beim Gewinn. Regierungschef Silvio Berlusconi verspricht Hilfe.

Angesichts der düsteren Aussichten für das laufende Jahr hat die Fiat-Konzernspitze gestern den Verzicht auf eine Dividendenausschüttung sowie den einstweiligen Stopp des laufenden Aktienrückkaufprogramms angekündigt. Die Börse reagierte ungnädig auf die Neuigkeiten aus Turin: Die Fiat-Papiere gaben vorübergehend um fast 14 Prozent nach und mussten zeitweise vom Handel ausgesetzt werden. Die Konzernspitze begründete die Massnahmen damit, dass im Hinblick auf das schwierige Jahr 2009 die Liquidität von 3,9 Mrd Euro geschont werden soll. Der Konzern rechnet im laufenden Jahr mit einem Nachfragerückgang für seine Produkte um 20 Prozent und mit einem drastischen Einbruch des Nettogewinns auf noch 300 Mio Euro.Verschrottungsprämie geplantDer Fiat-Konzern hatte die schlechten Nachrichten kaum verbreitet, da kündigte Regierungschef Silvio Berlusconi auch schon an, den für Fiat lebenswichtigen Heimmarkt stützen zu wollen. Das hoch verschuldete Italien hat bisher kein nennenswertes Konjunkturprogramm aufgelegt und den Automobilsektor komplett sich selbst überlassen. Angesichts der milliardenschweren Hilfen, die insbesondere Deutschland und Frankreich ihren eigenen Automobilbauern angedeihen lassen wollen, war der Druck auf die Regierung, ebenfalls aktiv zu werden, täglich grösser geworden. Die konkreten Massnahmen sollen an einer ausserordentlichen Regierungssitzung am kommenden Dienstag beschlossen werden, erklärte Berlusconi. Im Vordergrund stehen Verschrottungsprämien, wie sie in Deutschland ins Auge gefasst werden.Fiat hatte gestern aber auch positive Nachrichten zu bieten: Trotz dem mageren vierten Quartal, in welchem der Gewinn gegenüber dem Vorjahresquartal um fast 70 Prozent eingebrochen ist, kann Fiat auf ein weiteres Rekordjahr zurückblicken. Bei einem um 1,5 Prozent auf 59,4 Mrd Euro gestiegenen Konzernumsatz erwirtschaftete der Gesamtkonzern im Jahr 2008 einen Handelsgewinn von 3,36 Mrd Euro, was einer Steigerung um 4 Prozent entspricht und einen neuen Rekord bedeutet. Die Autosparte hat 691 Mio Euro zum Resultat beigetragen. Der Reingewinn sank dagegen infolge ausserordentlicher Kosten von 2,1 auf 1,7 Mrd Euro. Allianz mit Peugeot-Citroën?Fiat hat diese Woche mit der Ankündigung überrascht, mit einer 35-Prozent-Beteiligung bei Chrysler einzusteigen. Trotzdem scheint der Appetit der Italiener noch nicht gestillt: Italienische Medien spekulierten gestern, dass Fiat-Chef Sergio Marchionne ausserdem eine enge Allianz mit dem französischen PSA-Konzern (mit den Marken Peugeot und Citroën) anstrebe. Zur Finanzierung einer Beteiligung und um eine Verwässerung des eigenen Anteils zu vermeiden, denke die Agnelli-Holding Exor bereits über eine Kapitalerhöhung um 2 Mrd Euro nach. Die Agnelli-Familie ist mit ihrem 30-Prozent-Paket nach wie vor grösste Fiat-Aktionärin. Fiat-Sprecher Simone Migliarino bestätigte gestern, die Konzernspitze halte weiter Ausschau nach strategischen Allianzen. Berichte über eine bevorstehende Kapitalerhöhung verwies er ins Reich der Fantasie.Mit PSA arbeitet Fiat schon bei der Produktion von grossen Vans (Fiat Ulysse, Lancia Phedra, Citroën C8, Peugeot 807) und leichten Nutzfahrzeugen (Fiat Ducato, Citroën Jumper, Peugeot Boxer) zusammen.>

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