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Einigung auf zwei AKWs angestrebt

«Drei Kraftwerke sind eines zu viel – da sind wir uns in der Branche einig», sagte Axpo-Chef Heinz Karrer gestern vor den Medien. Die Schweizer Stromkonzerne wollen nur zwei Projekte bis zur Entscheidungsreife vorantreiben.

Der Gewinn der Axpo im Geschäftsjahr 2007/08 von einer Milliarde Franken wirke zwar gross, sagte Verwaltungsratspräsident Robert Lombardini an der Jahresmedienkonferenz der Axpo. «Der Gewinn von heute ist aber die Stromversorgung von morgen», fuhr er fort. Er sei nötig, damit die Axpo grosse, teure Vorhaben finanzieren könne. Nebst Investitionen in Wasserkraftwerke wie etwa jenes in Linthal GL, das über 1,5 Mrd Franken kosten werde, sei die Axpo zur Finanzierung der beiden geplanten neuen Atomkraftwerke auch auf eine gute Eigenkapitalbasis angewiesen. Dies sei Voraussetzung, dass der Konzern günstig zu Krediten komme. Die Axpo wolle die neuen Werke mit so viel Fremdkapital wie möglich finanzieren, sagte Lombardini am Rande der Medienkonferenz.Einigung mit Alpiq angestrebt Dass aber beide Kraftwerke, für welche im Dezember die Axpo und die Berner BKW gemeinsam ein Gesuch eingereicht haben, auch tatsächlich gebaut werden, ist alles andere als sicher. Nebst der Axpo und der BKW hat inzwischen auch der Stromkonzern Alpiq, der aus der Fusion der EOS und der Atel hervorgegangen ist, ein Gesuch für ein neues Kraftwerk gestellt. Axpo-Konzernchef Karrer zeigte sich zuversichtlich, dass in den kommenden Monaten branchenintern eine Einigung erzielt und ein Gesuch zurückgezogen werde. Ein Knackpunkt der Verhandlungen mit Alpiq sei vor allem die Reihenfolge, in welcher die Kraftwerkprojekte verwirklicht werden sollen, sagte Karrer. Der Umsatzrückgang im letzten Geschäftsjahr um 17,5 Prozent ist gemäss Axpo hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass es im Stromhandel zu einer Verlagerung von physischen Lieferungen zu derivativen Geschäften kam. Diese würden in der Rechnung unterschiedlich ausgewiesen. Den gesunkenen Gewinn begründet die Axpo mit Sonderfaktoren. So konnte im Vorjahr etwa durch den Verkauf von Beteiligungen an der Electricité de Strasbourg ein hoher Gewinn verbucht werden. Die Sonderfaktoren nicht mitgerechnet, erhöhte sich der Gewinn im Vorjahresvergleich um 9 Prozent auf 888 Mio Franken.Fast 5 Prozent mehr Strom Gestiegen ist insbesondere die Strommenge, welche die Axpo im Ende September zu Ende gegangenen Geschäftsjahr absetzen konnte. Im Versorgungsgebiet des Unternehmens erhöhte sich der Absatz um 4,9 Prozent auf 19846 Gigawattstunden. Grund dafür waren die zunächst gute Wirtschaftslage und die kühlen Temperaturen im Herbst. Der Energiebeschaffungsaufwand sank – ebenfalls aufgrund der Verlagerung hin zum derivativen Stromhandel – um 22 Prozent auf 6,9 Mrd Franken. Negativ auf den Aufwand ausgewirkt hätten sich die höheren Preise auf den internationalen Märkten und für den Strombezug aus den französischen Atomkraftwerken, so die Axpo. Der Axpo-Konzern gehört mehrheitlich den Nordostschweizer Kantonen und umfasst die Nordostschweizerischen Kraftwerke, die Centralschweizerischen Kraftwerke sowie die Elektrizitäts-Gesellschaft Laufenburg. (sda)>

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