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Die heikle Bewertungsfrage

Die Nationalbank hat grosse Reserven und Rückstellungen. Deshalb kann sie laut Direktionsmitglied Thomas Jordan allfällige Verluste aus den von der UBS übernommenen Papieren verkraften.

Ein Kernpunkt des Rettungspakets für die UBS ist die Übernahme von wackligen Papieren bis maximal 60Milliarden US-Dollar durch eine Spezialgesellschaft der Nationalbank (SNB). Diese Gesellschaft namens StabFund übernimmt die Aktiven zu Buchwerten per 30. September 2008. Externe Fachleute arbeiten derzeit an einer Expertise über den Buchwert. Deren Schätzung vergleicht die SNB mit dem Wert, den die UBS in ihren Büchern hatte. Zur Anwendung kommt der tiefere der beiden Werte. Sollte die externe Schätzung unter dem Buchwert der UBS liegen, wird die Gesellschaft kleiner als geplant – mit anteilsmässig weniger Eigenkapital der UBS und weniger Kredit der SNB.Per Ende Jahr in der BilanzDie Nationalbank nimmt diese Gesellschaft voraussichtlich erstmals per Ende Jahr in ihre Bilanz – auch wenn bis dann erst ein Teil der betroffenen Papiere in die Gesellschaft überführt sein dürfte. Für die Bewertung dieser Papiere in der Bilanz werden laut SNB-Direktionsmitglied Thomas Jordan die kurzfristigen Schwankungen von Börsenindizes nicht massgebend sein. Dennoch kann es Abschreiber oder Aufwertungen geben – aufgrund regelmässiger Werthaltigkeitstests von externen Revisoren (PricewaterhouseCoopers). Details sind noch offen, doch voraussichtlich wird jedes Quartal ein Test fällig: Bei klaren Anzeichen für eine nachhaltige (über einige Börsenwochen hinausgehende) Wertveränderung muss die Nationalbank einen entsprechenden Verlust verbuchen . Oder – man wagt es zurzeit kaum zu denken – auch einen Gewinn.In der Praxis sind die Grenzen zwischen «kurzfristigen Marktwertveränderungen» (keine Buchkorrektur erforderlich) und «nachhaltigen Veränderungen der Werthaltigkeit» (Buchkorrektur erforderlich) fliessend. Einiges an Beurteilungsspielraum dürfte vorhanden sein. 60 Milliarden RückstellungenDie SNB könnte laut Thomas Jordan auch sehr hohe Verluste verdauen. Das Total der Ausschüttungsreserven und der Rückstellungen in der Nationalbank-Bilanz belaufe sich derzeit auf rund 60 Milliarden Franken. Die Markttaucher der letzten zwei Monate haben gemäss Jordan im Prinzip nichts am langfristigen Ausblick geändert: Die Sache könne für die Notenbank mit einem Gewinn oder mit einem Verlust enden. >

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