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Betrug in der Krise eher toleriert

kriminalität In der Rezession dürften sich wirtschaftskriminelle Tendenzen verstärken. Der Versuchung, Bilanzen zu fälschen oder Bestechungsgelder zu bezahlen, werden laut einer Umfrage in den nächsten Jahren mehr Manager und Angestellte erliegen. Eine Umfrage des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young macht deutlich, dass über die Hälfte der befragten Mitarbeiter in mehrheitlich grossen Schweizer Unternehmen künftig mit mehr wirtschaftlichem Betrug rechnen. Veränderungen bergen neue Risiken, zeigt die gestern publizierte Studie auf. Wirtschaftlicher Druck, Zwang zur Sicherung von Arbeitsplätzen und hohe Erwartungen von Investoren lassen Manager häufiger die Zahlen fälschen. Wenn der Arbeitsplatz auf dem Spiel steht, ist ein Mitarbeiter eher geneigt, Leistungen durch verfälschte Berichterstattung künstlich aufzubessern, wie die Untersuchung zeigt. In der Schweiz sagten zwar nur zwei der gesamthaft gut 100 Befragten, Bilanzmanipulation sei tolerierbar. Europaweit, wo Ernst & Young über 2200 Personen interviewte, sind immerhin 8 Prozent dieser Meinung. In Mittel- und Osteuropa sind gar 11 Prozent bereit, mit Zahlenmogeleien bessere Werte vorzutäuschen. 20 Prozent der Schweizer Befragten finden es in Ordnung, mit Geldzahlungen Geschäftspartner bei der Stange zu halten. 57 Prozent halten dagegen selbst bescheidenere Präsente oder Einladungen zu Essen und Veranstaltungen an Kunden oder Handelspartner für nicht zulässig.Liquidität versiegt «Das Risiko, dass Betrugsfälle auffliegen, ist in einer Krise grösser», so Michael Faske, der bei Ernst & Young für die Studie mitverantwortlich zeichnet. Wenn weniger Geld fliesst, können betrügerische Machenschaften nicht mehr immer verschleiert werden, wie im extremen Ausmass der Fall Madoff in den USA zeigt.30 Prozent der Befragen in den Schweizer Unternehmen glauben, dass Fusionen und Übernahmen das Risiko von Betrug erhöhen. 88 Prozent sehen dabei die grösste Schwachstelle bei Entlassungen und dem Abbau von Kontrollen. (sda)>

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