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Ascoms Berner Softwarehaus

Wenn die Armee Manöver durchführt, funkt und telefoniert sie mit Ascom-Technik. Wer auf der Autobahn eine Panne hat, ruft an der Notrufsäule aus dem Hause Ascom die Pannenhilfe an. Die Entwicklung derartiger Systeme ist das, was von der Ascom in Bern verblieben ist.

Konzernleitungsmitglied Fritz Gantert mit einer Telekommunikationszentrale für die Schweizer Armee. (Adrian Moser)
Konzernleitungsmitglied Fritz Gantert mit einer Telekommunikationszentrale für die Schweizer Armee. (Adrian Moser)

Einst wurden bei der Ascom in der Bodenweid in Bern Blechteile gestanzt und Leiterplatten gelötet. Heute gibt es nur noch einige Spezialisten, welche Bauteile entwickeln. Die meisten Mitarbeiter entwickeln jedoch Software. Diese wird in Geräte geladen, welche von externen Fabriken produziert werden. Zum Teil handelt es sich um Produktionsbetriebe, welche früher der Ascom gehört hatten.Einst beschäftigte der Ascom-Konzern in der Region Bern mehrere Tausend Mitarbeiter. Heute sind es noch 170 – Tendenz immerhin steigend: Rund 60 Arbeitsplätze werden demnächst von Solothurn nach Bern verlagert. Dann wird die Division Security Communications (Kommunikation im Sicherheitssektor) in der Bodenweid wieder 230 Angestellte zählen. Notrufsäulen für LondonDie Division umfasst zwei Kernbereiche: Alarmsysteme für Feuerwehr und Polizei sowie Kommunikationssysteme für die Armee.Das in der Bevölkerung bekannteste Produkt sind die orangen Notrufsäulen an den Autobahnen. Rund 5000 stehen in der Schweiz, wie gestern am Analysten- und Medientag der Ascom in Bern zu erfahren war. Die Ascom hat nicht nur das Alarmsystem für Autobahnen inklusive Tunnels entwickelt: Ähnliche Säulen stehen auch an Bahnhöfen – nicht nur in der Schweiz, sondern neuerdings auch in London. Die dortige Untergrundbahn hat bei der Ascom kombinierte Informations- und Alarmsäulen bestellt. Diese sind zum Teil über Kabel mit der Zentrale verbunden. An einigen Standorten wird aber auch das Mobilfunknetz benutzt: Zur Sicherheit sind zwei SIM-Karten unterschiedlicher Anbieter eingebaut – wenn ein Netz ausfällt, wird auf das andere umgeschaltet. Die Ascom entwickelt und verkauft auch Überwachungs- und Alarmsysteme auf Basis der neuesten Übertragungstechnologie, dem Internetprotokoll. Dazu gehören beispielsweise Einbruchsicherungen und Überwachungskameras. Die Kameras sind nicht statisch, sondern sie lösen Alarm aus, wenn ein Bild gestohlen wird oder jemand unerlaubterweise einen Raum betritt. Die für die Überwachung zuständige Person erhält eine Meldung auf ihren Bildschirm und kann kontrollieren, was passiert ist. Wenn Feuer ausbricht, ist es wichtig, dass der Notruf über mehrere Kanäle wie Mail, Festnetztelefon, Funk und Mobilfunk an die Feuerwehr weitergeleitet wird. Die Integration dieser Kanäle gehört zu den Kerngebieten der Ascom.Das Schlüsselprodukt im Bereich Militär ist die Kommunikationszentrale. Diese kann sowohl in Gebäuden als auch in Fahrzeugen installiert werden. Hauptkunden sind neben der Schweizer Armee die finnische und die österreichische Armee. Die Ascom-Kommunikationstechnik wird aber auch von Uno-Friedensmissionen benutzt.Rentabilität noch ungenügendDie Division Security Communications wird seit anderthalb Jahren von Fritz Gantert geleitet. Er hat sie zwar 2008 aus den roten in schwarze Zahlen geführt. Aber die Rentabilität genügt mit einem Betriebsergebnis (Ebit) von 4,8 Prozent des Umsatzes noch nicht. Das umso weniger, als Gantert den Bereich Testgeräte für Mobilfunknetze ab 2010 an die neue Ascom-Division abtreten muss. Diese wird aus der von Ericsson erworbenen Firma Tems sowie aus dem von Ascom entwickelten Testsystem Q-Voice bestehen. Ascom bezeichnet sich neu als Weltmarktleader beim Testen von Mobilfunknetzen.

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