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Adval Tech verbleibt in roten Zahlen

2008 brachte der Adval Tech «unerfreuliche Ergebnisse», und auch für 2009 wird nochmals ein Verlust erwartet. Die verbesserte Aufstellung am Markt gibt dennoch Anlass

Adval Tech geht es wie vielen anderen Firmen – im Markt herrscht Verunsicherung, die Sichtweite ist gering. Konzernchef Jean-Claude Philipona wagt dennoch eine Prognose: Die Rückkehr in die Gewinnzone sei 2009 kaum möglich, sagte er gestern vor den Medien in Zürich. Die Zielsetzung tönt simpel: Adval Tech will gestärkt aus der Krise hervorgehen. Dazu braucht es mehr Umsatz und tiefere Kosten sowie – als Folge davon – ein besseres Ergebnis. «Wir müssen ständig den Spagat zwischen kurzfristigen Personaleinsparungen und mittel- bis langfristiger Zukunftssicherung machen», sagte Philipona. In den Produktionsbetrieben fehle es an Arbeit, doch bei den Fachkräften wolle man mit Blick auf den Wiederaufschwung nicht abbauen.In der Schweiz, wo Adval Tech 900 Personen beschäftigt, herrscht ein Einstellungsstopp. Zudem nutze man «anpassungsfähige Arbeitszeitmodelle» und setze auf Kurzarbeit. Nur gerade am Werkzeugbaustandort in Muri AG wurden 2008 Stellen abgebaut – 50 an der Zahl.Kurzarbeit in Berner BetriebenSeit Anfang 2009 besteht in allen Werken von Styner + Bienz (Niederwangen, Uetendorf und Bümpliz) Kurzarbeit – sehr flexibel gehandhabt, wie Philipona schildert: Nach Ostern habe er gestaunt, als er vor dem Betrieb einen gut besetzten Parkplatz vorfand – obschon der Betrieb geschlossen sein sollte. Der Grund: Kurzfristig eingetroffene Abrufe eines Kunden erforderten einen Sondereinsatz. Schon letztes Jahr sind bei Styner + Bienz die temporären Stellen gestrichen worden, Entlassungen habe es jedoch bisher keine gegeben, und es seien auch keine geplant.Konzernweit hat Adval Tech den Personalbestand im zweiten Halbjahr 2008 deutlich gesenkt – um 494 auf 2838 Vollzeitpensen. Allein in China und Ungarn wurden 290 Stellen gestrichen. Zu einem Abbau kam es auch in Brasilien. Und seit Anfang 2009 fielen konzernweit weitere 147 Pensen der Rezession zum Opfer.Adval Tech konzentriert sich auf drei Kernmärkte: Automobil, Medizinaltechnik und Konsumgüter. Sie produziert Komponenten und Baugruppen aus Metall und Kunststoff u.a. für Lenksysteme, Bremssysteme, Einspritzsysteme, Airbags, Autolampen, Klimaanlagen, Türgriffe, Injektionsspritzen, Inhalatoren, Blutzuckermessgeräte, chirurgische Instrumente, Haushaltgeräte, Computer, Geräte der Unterhaltungselektronik usw. Ihre Kunden sind Hersteller von Originalausrüstungen sowie deren Zulieferer. Ferner stellt Adval Tech Spritzgussformen für die Massenproduktion von Kunststoffartikeln (z.B. für DVD, CD, Zahnpastaverpackungen, Flaschenverschlüsse, Rasiersysteme, Spraydosen usw.) her.Kaum betroffen von der Krise sei die Medizinaltechnik, sagte Philipona. Stark verspürt die Gruppe dagegen den Einbruch in der Autoindustrie: «Bis September lief alles nach Plan, ab Mitte Oktober kam es zu einem Umsatzeinbruch in einem noch nie erlebten Ausmass», so der Konzernchef. Unter dem Strich resultierte 2008 ein Verlust von 9,2 Mio Franken. Der Generalversammlung wird deshalb ein Dividendenverzicht beantragt. Die beiden grössten Aktionäre von Adval Tech sind Willy Michel (Ypsomed) mit 23,4 Prozent und Michael Pieper (Franke-Gruppe) mit 21,2 Prozent. Der schlechte Geschäftsgang findet seinen Niederschlag auch bei den Vergütungen: Der Konzernchef bezieht mit 439213 Franken einen unveränderten Grundlohn, der variable Anteil des Vorjahres von 140000 Franken wurde gestrichen.Wichtige Omni–ÜbernahmeDie Frage, ob der Anfang 2008 erfolgte Kauf der Omni-Gruppe in Singapur aus heutiger Sicht nochmals getätigt würde, bejahte Philipona vehement: Omni sei ein Komponentenhersteller für führende Unternehmen der Konsumgüterindustrie in Asien und Nordamerika. Mit Produktionsstandorten in China, Thailand, Malaysia und Mexiko stelle Omni die von den Grosskunden heute verlangte globale Präsenz sicher. Nachdem die für die Akquisition aufgenommenen Kredite im letzten April durch eine Kapitalerhöhung abgelöst worden waren, hat sich Adval Tech nicht zusätzlich verschuldet. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich von 39,5 auf 48,3 Prozent.>

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