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Neuer Streit um Strompreis

Swissgrid Die Überlandnetzbetreiberin Swissgrid akzeptiert die Verfügung der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (Elcom) zu den Tarifen des Stromübertragungsnetzes nicht. Sie hat beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde eingereicht. Der Elcom-Entscheid könne zu Liquiditätsproblemen und im Extremfall zu einer Überschuldung von Swissgrid führen, sagte Peter Grüschow, Verwaltungsratspräsident der Swissgrid, an einer Medienkonferenz in Zürich. Die Aktionäre seien deshalb sehr besorgt. Bei den Aktionären handelt es sich um die grossen Elektrizitätswerke.Kosten für Reservestrom Angefochten wird die Verrechnung von sogenannten Systemdienstleistungen (SDL). Dabei handelt es sich um die Reserven, welche für Notfälle bereitgehalten werden müssen. Nur eine Minute Stromunterbruch koste die Schweizer Volkswirtschaft mindestens 3 Millionen Franken, hielt Grüschow fest. Damit dies nicht passiert, müssen permanent mehrere Kraftwerke bereitgehalten werden, welche beim Ausfall anderer Werke rasch ans Netz angeschlossen werden können. Der Streit dreht sich um die Frage, wie die Wartezeit entschädigt wird, in welcher die Reservewerke nicht am Netz sind. Nach dem Entscheid der Elcom sei unklar, welche Kosten wem verrechnet werden könnten, sagte Grüschow. Diese Rechtsunsicherheit müsse beseitigt werden. Gemäss der revidierten Stromversorgungsverordnung müssen die Stromkonsumenten 0,4 Rappen pro Kilowattstunde (kWh) an die SDL leisten. Der verbleibende Anteil geht auf Kosten von grösseren Kraftwerken. Die Elcom schätzt die für das laufende Jahr entstehenden Kosten für die SDL auf 418 Mio Franken. Weil Regelenergie am Markt beschafft werden müsse, könnten diese Kosten jedoch erheblich höher ausfallen, sagte Swissgrid-Chef Pierre-Alain Graf. Wer zahlt wie viel? Die Elcom-Verfügung formuliere keine klaren Kriterien, wie mit zusätzlichen Kosten für SDL verfahren werden solle, betonte Graf. Es sei unklar, ob die Zusatzkosten überhaupt weiter verrechnet werden könnten. Aus eigenen Mitteln könne Swissgrid die zusätzlichen Kosten nicht übernehmen. Im Extremfall könne dies dazu führen, dass die Swissgrid die Versorgungssicherheit nicht mehr gewährleisten könne. Die Elcom hatte Anfang März rund 40 Netzbetreiber dazu verknurrt, die Endverbraucher-Tarife für das laufende Jahr neu zu berechnen und falls nötig zu korrigieren. Die angekündigten Strompreiserhöhungen im Umfang von 1,05 Mrd Franken sollen gemäss der Verfügung um durchschnittlich 40 Prozent gemildert werden. Die Verfügung der Regulierungsbehörde Elcom hat zum Ziel, die massiven Strompreiserhöhungen, die die Marktöffnung mit sich brachte, teilweise wieder rückgängig zu machen. Durch die Verfügung sollen die Konsumenten von Kosten für das Übertragungsnetz in der Höhe von 425 Mio Franken entlastet werden. Die Regulierungsbehörde habe die Beschwerde von Swissgrid zur Kenntnis genommen, teilte Elcom mit. Die Elcom hoffe für die Stromwirtschaft und die Konsumenten, dass das Verfahren rasch abgeschlossen werden könne. Von Swissgrid nicht angefochten werden die Tarife für das Übertragungsnetz. (sda) >

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