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Stadler: «Das habe ich nie gesagt»

Der Aufruf war prominent platziert. Im «Blick» vom Dienstag prangte ein grosses Bild des Berner Immunologen Beda Stadler, darunter die Schlagzeile: «Gehen Sie zum Arzt und besorgen Sie sich Tamiflu!» Im Interview sagte Stadler: «Ich würde jetzt gleich zum Arzt gehen und mir das Medikament verschreiben lassen.» Die Empfehlung des bekannten Professors hat mitbewirkt, dass der Tamiflu-Verkauf sprunghaft angestiegen ist, und an der Uni Bern für rote Köpfe gesorgt.«Das ist unnötige Panikmache», sagt Peter Eggli, Dekan der Medizinischen Fakultät und damit Stadlers Vorgesetzter. Es sei «falsch und unangebracht», die gesamte Bevölkerung nun zum Tamiflu-Kauf zu animieren. Gestern dementierte Stadler das Interview: «Ich habe das nie gesagt! Das käme mir nicht im Traum in den Sinn.» Tamiflu kaufen solle bloss, wer das Medikament im Notfall nur schwer beschaffen könne, in ein Grippengebiet reise oder sehr ängstlich sei. Der «Blick»-Redaktor räumt ein, er habe das Interview Stadler nicht zum Gegenlesen unterbreitet. Auch gebe es keine Tonbandaufnahme. «Ich habe Notizen gemacht», sagt der Journalist und verweist auf frühere Aussagen Stadlers. Tatsächlich befasste sich dieser 2005 in der «NZZ am Sonntag» mit der Idee einer allgemeinen Tamiflu-Abgabe: «Ist es sinnvoll, eine Schachtel Medikamente, die über 80 Franken kostet, einfach so an jede Haushaltung zu verteilen? Sicher!» Und in der aktuellen «Weltwoche»: «Ich verstehe nicht, warum man stur an der Rezeptpflicht für Tamiflu festhält.» Trotz solchen Aussagen bleibt Stadler dabei: «Ich würde nie die gesamte Bevölkerung zum Tamiflu-Kauf auffordern!» Daniel Foppa>

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