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Hunderte von Lastwagen stecken fest

Die Schneefälle haben in der Schweiz zu Dutzenden von Verkehrsunfällen mit einem Toten geführt. Prekär war die Lage auf den Transitachsen, wo Hunderte von Lastwagen seit zwei Tagen auf der Autobahn feststecken. Am Abend rollte der Verkehr kurz wieder an.

Im Transitschwerverkehr lief wegen der Phase «Rot» zunächst auch gestern nichts. Die Warteräume auf beiden Seiten der Alpen waren am frühen Abend voll besetzt. Hunderte von Lastwagenchauffeuren hatten die Nacht in ihren Fahrzeugen verbracht. Am frühen Abend zeichnete sich dann eine leichte Entspannung ab. Die Warteräume wurden geöffnet, damit der Verkehr auf den Transitachsen am Gotthard und San Bernardino bis zur Nachtsperre um 22 Uhr rollen konnte. Rund 300 blockierte Lastwagen wurden am frühen Abend weiterhin im Kanton Uri gezählt, davon 100 in Attinghausen – direkt auf der Autobahn A2 – und deren 200 auf der dafür eingerichteten Baustelle des Schwerverkehrskontrollzentrums in Ripshausen. Beim Bundesamt für Strassen (Astra) war man zuversichtlich, dass bis zur Nachtsperre die meisten der in der Zentralschweiz feststeckenden Lastwagen das Tessin erreichen.

Der Schweizerische Nutzfahrzeugverband (Astag) protestierte gegen die Situation. Es gehe nicht an, dass die Chauffeure während nunmehr zweier Tage entlang der Autobahnen ausgestellt und im Stich gelassen würden. Noch schärfer protestierte der deutsche Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL). Die Kantone setzten die Fahrzeuge in «Piratenmanier» willkürlich fest und die Menschenrechte für Lastwagenfahrer ausser Kraft. Gleichzeitig rollten der Personenverkehr und die Busse. Astra-Sprecher Thomas Rohrbach zeigte Verständnis für den Ärger der Chauffeure. Er wies aber darauf hin, dass bei prekären Strassenverhältnissen an eine Freigabe des Schwerverkehrs nicht zu denken sei.

Ein Toter und viel Blechschaden

Auf den schneebedeckten Strassen gab es viele Rutschpartien. Im zürcherischen Illnau-Effretikon erlitt am Mittwochabend ein 60-jähriger Unfallverursacher bei einer Kollision mit einem anderen Auto so schwere Verletzungen, dass er im Spital starb. Bei weiteren Unfällen wurden mehrere Menschen zum Teil schwer verletzt.

Allein im Kanton Bern ereigneten sich im Zeitraum von Mittwochabend bis gestern Abend 60 Verkehrsunfälle. In den meisten Fällen blieb es bei Blechschaden, sagte Stefan von Below, Sprecher der Kantonspolizei Bern. In der Stadt Bern und im Berner Jura wurden bei Verkehrsunfällen drei Personen leicht verletzt und in Langnau wurde eine Person auf dem Fussgängerstreifen angefahren. Bei der Kantonspolizei Bern seien zudem rund 110 Meldungen über umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste auf den Strassen eingegangen. Im Thuner Lerchenfeld und im Krauchthal kollidierten zwei Autos mit umgestürzten Bäumen. Besonders betroffen seien die Regionen Bern und Mittelland-Emmental-Oberaargau. «Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz», hiess es. Zwar hat es in den Tälern im Berner Oberland mit rund 40 Zentimetern mehr Schnee als im Mittelland mit rund 20 Zentimetern, aber in der Nacht auf gestern fiel zum Teil mehr Neuschnee, und wegen der tieferen Lagen sei der Schnee schwerer, sagte der Polizeisprecher. Die Kantonspolizei Bern empfahl deshalb, bewaldete Strecken wenn möglich zu umfahren.

Föhnböen und Lawinengefahr

Meteo Schweiz erwartete neue Schneefälle auf der Alpennordseite. Bis heute Morgen sollten auch in tiefen Lagen nochmals 10 bis 20 Zentimeter hinzukommen, sagte Daniel Gerstgrasser von Meteo Schweiz. Damit dürfte die Schweiz vor dem Wochenende eine geschlossene Schneedecke erhalten. Mit der im Laufe des heutigen Tages einsetzenden Wetterberuhigung können Wintersportler auf ideale Verhältnisse hoffen. Vor allem am Samstag werde die Sonne scheinen, sagte Ralph Rickli von Meteotest Bern. Am Sonntag werde die Bewölkung aber wieder zunehmen und es gebe Föhnböen. Die Winde würden aber weniger stark sein als vor zwei Wochen, als viele Bergbahnen im Berner Oberland den Betrieb einstellen mussten.

Die Wetterlage sei nichts Aussergewöhnliches, und auch die Schneemengen im Mittelland nicht, hiess es bei Meteotest Bern. Die Schneemengen in den Bergen haben allerdings die Lawinengefahr erhöht. Das Lawineninstitut warnte gestern im südlichen Simplongebiet sowie am Alpenhauptkamm vom Avers bis Zuoz und südlich vor einer grossen Lawinengefahr. Es werden zahlreiche spontane Lawinen erwartet. Im Berner Oberland herrscht grösstenteils erhebliche Lawinengefahr. Eine Entspannung der Lawinengefahr sei am Samstag zu erwarten. (ap/ba)

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