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Eigentlich sind es ja 24

Das G20-Treffen hält nicht, was sein Name verspricht. Am Gipfel der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer nehmen nämlich nicht 20, sondern 24 Regierungschefs teil. Spanien und die Niederlande haben sich quasi durch die Hintertür Zugang zu der Gruppe verschafft, Thailand und Äthiopien sind als Vertreter afrikanischer und asiatischer Staatenbünde zu Gast. Die Schweiz hingegen ist am Konferenztisch nicht vertreten – obwohl die Schweizer Volkswirtschaft weltweit auf Platz 18 rangiert.Die G20 gibt es zwar schon seit 1999 als Debattierklub der Finanzminister, das erste Gipfeltreffen fand aber erst im vergangenen November in Washington statt. Der Kerngruppe gehören alle Mitglieder der Gruppe der acht einflussreichsten Industriestaaten (USA, Japan, Deutschland, Grossbritannien, Frankreich, Italien, Russland und Kanada) und die mit ihnen assoziierten G5 der wichtigsten Schwellenländer (China, Indien, Brasilien, Mexiko und Südafrika) an. Hinzu kommen Argentinien, Australien, Indonesien, Saudiarabien, Südkorea, die Türkei und die Europäische Union. Da sich die G20 zum wichtigsten Entscheidungsgremium für die Bewältigung der Finanzkrise entwickelt hat, meldeten schon beim ersten Treffen weitere Europäer ihren Anspruch auf eine Teilnahme an. Spanien fühlt sich traditionell benachteiligt, weil es zwar wirtschaftlich stärker als G8-Mitglied Kanada ist, aber nicht zum exklusiven Club der führenden Industrieländer gehört.Der spanische Ministerpräsident José Luis Zapatero betrieb deshalb vor dem Washingtoner Gipfel massive Lobby-Arbeit beim französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, der zu diesem Zeitpunkt den EU-Vorsitz innehatte. Sarkozy nahm schliesslich nicht nur Zapatero mit nach Washington, sondern lud gleich auch noch den niederländischen Ministerpräsidenten Jan Peter Balkenende ein. Balkenende repräsentiert die sechzehntgrösste Wirtschaftsmacht der Welt. (ap)

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