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Chancen und Gefahren

«Tamedia startet durch – über den Röstigraben hinaus. Zweifel sind angebracht, ob die viel beschworene publizistische Vielfalt mit der Bündelung von Energien in diesen Dimensionen aufrechterhalten werden kann», erklärte Peter Wanner, Chef der AZ Medien AG und Verleger der «Mittelland-Zeitung». Weiter hielt er fest: «Es entsteht ein Medienkoloss über die Schweizer Sprachgrenze hinaus, dem wir als führender Verlag im Mittelland die Stirn bieten werden. Wir wissen, wie mit der Rolle des ,David‘ umzugehen ist.»Vom «grössten Angriff auf die Medienvielfalt seit Langem» spricht die Mediengewerkschaft Comedia. Die Wettbewerbskommission müsse die Übernahme unterbinden, denn die marktbeherrschende Stellung von Tamedia in der schweizerischen Druck- und Medienbranche sei mit dem Wettbewerbsrecht nicht vereinbar. Der Journalistenverband Impressum geht davon aus, dass die Fusion zu Stellenabbau bei den Gratiszeitungen «20 minutes» und «Le Matin bleu» führen wird. Noch nicht absehbar seien die Folgen für die anderen Produkte. Die Presse in der Romandie und jene der Deutschschweiz seien aber so unterschiedlich, dass wohl nicht allzu viel Zusammenarbeit möglich sei, stellte Geschäftsführer Urs Thalmann fest. Laut dem Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM) wirft der Trend zu wenigen Grossverlagen demokratiepolitische Fragen auf.Grosse Verantwortung«Als erste Reaktion kann ich nicht nur glücklich sein», sagte Bundesrat Moritz Leuenberger im «Rendez-vous» von Radio DRS. Der Tamedia-Konzern habe nun die sehr grosse Verantwortung, die sprachliche und die kulturelle Vielfalt zu pflegen. Die Fusion biete jedoch auch Chancen, habe doch ein grosses Unternehmen bessere Möglichkeiten in der Ausbildung und für ein umfassendes Korrespondentennetz. Denn eine Situation mit Zeitungen und vielen Kopfblättern, die von den Agenturen unkritisch Meldungen übernähmen, sei der Medienvielfalt auch nicht förderlich. Er sei zugleich beruhigt, dass Edipresse nicht ins Ausland verkauft werde, sagte Leuenberger. (bwi/ap)>

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